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| Pressespiegel |
| 2007 | ||
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"Urteil ist viel zu mild" |
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| Überfallener enttäuscht - Bürger: falsches Signal | ||
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Mittweida.
Mit Unverständnis bis hin zur Sprachlosigkeit haben gestern Bürger in
Mittweida auf das am Morgen am Amtsgericht Hainichen gesprochene Urteil
gegen mutmaßliche Mitglieder der rechtsextremistischen und inzwischen
verbotenen Kameradschaft "Sturm 34" reagiert. "Das Urteil ist viel zu
milde", sagte Zeynel Ayazkög. "Ich bin enttäuscht." Den Betreiber eines
Imbissstandes in Mittweida hatten die Verurteilten im Jahr 2005 brutal
überfallen und mit einer Eisenstange verletzt. Er ließ sich damals nicht
einschüchtern und bestätigte auch gestern: "Ich mache weiter." Bürgermeister Matthias Damm (CDU) kennt zwar die Aktenlage nicht, bedauert aber, dass es zu einer Haftstrafe offenbar nicht gereicht hat. "Ich hoffe nun, dass endlich der Prozess gegen Mitglieder der Kameradschaft in Dresden eröffnet wird." Matthias Möbius, Leiter der Fichteschule, blieb nach Bekanntwerden des Strafmaßes zunächst die Luft weg: "Die Erwartung, dass endlich mal durchgegriffen und ein deutliches Zeichen gegen Rechts gesetzt wird, war wesentlich höher." Helga P.hingegen hatte mit einem laschen Urteil gerechnet. "In diesem Staat wird einfach gegen Nazis nur mit Worten, nicht mit Taten vorgegangen.""Das Urteilist völlig daneben", schimpft eine Geschäftsfrau von der Rochlitzer Straße. "Jede Parksünde wird sofort geahndet und hier ..." "Wer das Leben und die Existenz eines Menschen gefährdet, sollte weggesperrt werden", sagte eine Anwohnerin am Tzschirnerplatz, einem der früheren Treffpunkte der Rechten. Ihren Namen wollte die Rentnerin aus Furcht vor Repressalien nicht nennen. Heiko R. macht seinem Unmut Luft: "Nach der großen Hektik mit Demo und Politikeraussagen ist in Mittweida schon seit Wochen nichts mehr zu hören, welche konkreten Maßnahmen es gegen den braunen Spuk gibt. Landkreis und Stadt müssen endlich etwas gegen die Nazis auf die Beine stellen. Dass man sich nicht auf die Richter verlassen kann, haben die Urteile gezeigt." |
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| Björn Redmann, Sprecher des Bündnisses "Für Menschenwürde - gegen Rechtsextremismus" im Landkreis Mittweida, kann und will die Arbeit der Justiz nicht bewerten, befürchtet aber, dass mit dem Urteil die rechte Szene nur noch bestärkt wird. "Ich habe den Eindruck, das Urteil ist ein falsches Signal." (ps/mw) |
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22.06.2007