|
2007 |
|
Mit Wissen gegen Volkshetze |
| |
|
|
| |
| Projekt an Fichte-Mittelschule
bekämpft Rechtsextremismus |
Mittweida. Mit dem Projekt "Wissen gegen Rechts" will
die FichteMittelschule in
Mittweida Rechtsextremismus entgegenwirken. Das Konzept umfasst vier
Stufen, die besonders den geschichtlichen Ansatzpunkt in den Mittelpunkt
rücken. "Es nützt nichts, wenn man Radikalismus schlecht redet. Besser
ist, zu erklären, warum es zu solchen Dingen kommt und wie man
entgegenwirken kann", begründet Geschichtslehrer und Initiator Volkmar
Wohlfahrt.
Die Weimarer Republik, nach deren Scheitern der Weg für Hitler frei
wurde, komme laut Wohlfahrt im Lehrplan viel zu kurz. "Doch gerade
dieses Thema zeigt die Schwächen der Demokratie auf." Eine Erweiterung
des Lehrplans soll bei den Jugendlichen Hintergrundwissen und
Demokratieverständnis schaffen. Fahrten in den Deutschen Bundestag nach
Berlin unterstützen dies. |
| Außerdem sprechen die Schüler im
Gemeinschaftskundeunterricht über das Thema Aggressivität. Neben eine
Ausfahrt zum Kriegsgefangenenlager Zeithain gehört der Besuch des
Konzentrationslagers Auschwitz zum Projekt. Hier sollen sich die
Jugendlichen hauptsächlich emotional mit der Thematik auseinandersetzen.
"Bei dem, was die Schüler dort sehen, braucht es keine großen Worte. Vor
Ort fangen die meisten an, zu verstehen", weiß der Geschichtslehrer. Die
Exkursion in diesem Schuljahr wurde über Fördermittel aus dem Landkreis
Mittweida finanziert. Es konnte allerdings nur ein Geschichtskurs aus
der zehnten Klasse teilnehmen. "Für mehr Schüler reicht das Geld nicht",
sagt Wohlfahrt, der trotzdem versucht, weitere Fahrten zu organisieren. |
| Die Fichteschule
verlässt sich nicht nur auf ihr eigenes Engagement und arbeitet mit dem
Netzwerk Sachsen gegen Rechtsextremismus zusammen. Die Notwendigkeit
haben die Lehrer längst erkannt: Allein im Schuljahr 2006/07 wurden zehn
rechtsextremistische Straftaten in Schulen im Landkreis Mittweida
registriert. (KAT) |