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Mittweida.
Nachdem die Stadt Mittweida diesen Monat dem Netzwerk gegen Rechts
beigetreten ist, geht mit "Bunt gegen Braun" ein weiteres Projekt an den
Start, das in Zusammenarbeit von Stadtverwaltung, dem Städtischen
Freizeitzentrum und dessen Trägerverein Erucula von Jugendlichen
umgesetzt und betreut werden soll. Ziel ist es, das Trafohäuschen am
Tzschirnerplatz - bis zum Verbot der Neonazi-Kameradschaft "Sturm 34"
ein beliebter Treffpunkt der braunen Szene - farblich zu gestalten und
anschließend durch eine Versiegelung gegen rechte Schmierereien
resistent zu machen. Die Idee dazu stammt von Diana Weise, die an der
Fichte-Schule Schuljugendarbeit leistet. "Ich wohne seit vielen Jahren
in der Nähe des Tzschirnerplatzes und habe so fast täglich die
verschiedensten Schmierereien am Trafohäuschen, oft mit rechtem
Hintergrund, gesehen. Die Krönung im negativen Sinne war das dicke
Hakenkreuz Anfang des Jahres - an einem Platz mitten in der Stadt. Ich
wollte, dass das aufhört und das Häuschen mit einer bunten Bemalung
stattdessen ein Hingucker wird", erklärt sie. Sowohl bei der Stadt als
auch bei Erucula und den Jugendlichen stieß die Idee auf Zustimmung, ein
Konzept wurde erarbeitet und beim Landratsamt eine Förderung über den
Lokalen Aktionsplan gegen Rechts (LAP) beantragt. Doch legte man den
Antrag zunächst auf Eis. Hauptgrund: Die Rechnung war ohne den Wirt,
sprich Besitzer des Trafohäuschens, den Energieversorger enviaM, gemacht
worden, dessen Genehmigung vorliegen musste. Eine entsprechende Anfrage
bei der örtlichen envia-Netzservicegesellschaft brachte eine Absage. Es
gebe Vorschriften, an die man sich halten müsse. Und die besagten, dass
die Trafostationen in einem einheitlichen Farbton gestrichen werden -
ausschließlich in Regie der enviaM.
"Da war dann schon erstmal die Luft raus", sagt Ralf Schreiber,
Beigeordneter der Stadt. Abhilfe schaffte schließlich ein Schreiben an
"ganz oben", den Vorstand von enviaM. Dort fand das Projekt aufgrund der
Brisanz des Inhaltes Unterstützung. Deshalb wurde in diesem speziellen
Fall entgegen der Vorschriften eine Genehmigung erteilt. Diese liegt
laut Schreiber jetzt auch vom Landratsamt vor: Das Projekt wird mit 5500
Euro über den LAP gefördert.
Ein Ablaufplan, beginnend mit dem neuen Schuljahr, steckt nun einen
engen zeitlichen Rahmen für die Umsetzung, denn bereits Mitte November
soll das neu gestaltete Trafohäuschen eingeweiht werden. |