J.- G.- Fichte- Schule Mittweida
Mittelschule mit Ganztagsbetreuung
Pressespiegel
2007

Bunte Muster statt brauner Schmierereien

 
25.08.2007 Freie Presse
In Mittweida wird weiteres Projekt gegen Rechts umgesetzt - Jugendliche gestalten Trafohäuschen
Von Babette Philipp

Mittweida. Nachdem die Stadt Mittweida diesen Monat dem Netzwerk gegen Rechts beigetreten ist, geht mit "Bunt gegen Braun" ein weiteres Projekt an den Start, das in Zusammenarbeit von Stadtverwaltung, dem Städtischen Freizeitzentrum und dessen Trägerverein Erucula von Jugendlichen umgesetzt und betreut werden soll. Ziel ist es, das Trafohäuschen am Tzschirnerplatz - bis zum Verbot der Neonazi-Kameradschaft "Sturm 34" ein beliebter Treffpunkt der braunen Szene - farblich zu gestalten und anschließend durch eine Versiegelung gegen rechte Schmierereien resistent zu machen. Die Idee dazu stammt von Diana Weise, die an der Fichte-Schule Schuljugendarbeit leistet. "Ich wohne seit vielen Jahren in der Nähe des Tzschirnerplatzes und habe so fast täglich die verschiedensten Schmierereien am Trafohäuschen, oft mit rechtem Hintergrund, gesehen. Die Krönung im negativen Sinne war das dicke Hakenkreuz Anfang des Jahres - an einem Platz mitten in der Stadt. Ich wollte, dass das aufhört und das Häuschen mit einer bunten Bemalung stattdessen ein Hingucker wird", erklärt sie. Sowohl bei der Stadt als auch bei Erucula und den Jugendlichen stieß die Idee auf Zustimmung, ein Konzept wurde erarbeitet und beim Landratsamt eine Förderung über den Lokalen Aktionsplan gegen Rechts (LAP) beantragt. Doch legte man den Antrag zunächst auf Eis. Hauptgrund: Die Rechnung war ohne den Wirt, sprich Besitzer des Trafohäuschens, den Energieversorger enviaM, gemacht worden, dessen Genehmigung vorliegen musste. Eine entsprechende Anfrage bei der örtlichen envia-Netzservicegesellschaft brachte eine Absage. Es gebe Vorschriften, an die man sich halten müsse. Und die besagten, dass die Trafostationen in einem einheitlichen Farbton gestrichen werden - ausschließlich in Regie der enviaM.
"Da war dann schon erstmal die Luft raus", sagt Ralf Schreiber, Beigeordneter der Stadt. Abhilfe schaffte schließlich ein Schreiben an "ganz oben", den Vorstand von enviaM. Dort fand das Projekt aufgrund der Brisanz des Inhaltes Unterstützung. Deshalb wurde in diesem speziellen Fall entgegen der Vorschriften eine Genehmigung erteilt. Diese liegt laut Schreiber jetzt auch vom Landratsamt vor: Das Projekt wird mit 5500 Euro über den LAP gefördert.
Ein Ablaufplan, beginnend mit dem neuen Schuljahr, steckt nun einen engen zeitlichen Rahmen für die Umsetzung, denn bereits Mitte November soll das neu gestaltete Trafohäuschen eingeweiht werden.

08.09.2007