J.- G.- Fichte- Schule Mittweida
Mittelschule mit Ganztagsbetreuung
Pressespiegel
2007
Sozialarbeit macht Schule
 
Landkreis fördert Schulsozialarbeit an vier Schulen mit 20.000 Euro
 
Mittweida/Frankenberg. Der Jugendhilfeausschuss des Kreistages Mittweida hat in seiner Sitzung am Montagabend zugestimmt, die Schulsozialarbeit an vier Schulen im Landkreis Mittweida mit 20.000 Euro zu fördern. Bei den Schulen, die aus fachlicher Sicht ausgewählt und mit den Bürgermeistern der Kommunen abgestimmt wurden, handelt es sich um die Erich-Viehweg-Schule Frankenberg, die Fichteschule Mittweida sowie die Förderschulen für Lernbehinderte "Am Taurastein" in Burgstädt und die Pestalozzischule in Rochlitz.
Bei der Schulsozialarbeit handelt es sich um eine präventive Form der Jugendhilfe, die es bisher an keiner Schule des Landkreises gibt. Bisher wurde an den meisten Einrichtungen lediglich Schuljugendarbeit praktiziert, die ein ergänzendes Angebot mit dem Schwerpunkt auf schulischen Freizeitangeboten darstellt. Im Gegensatz dazu soll der Schulsozialarbeiter die Schüler auf dem Weg ins Erwachsenenleben unterstützen sowie Ansprechpartner und Vertrauensperson für die Jugendlichen sein.
Den Stein des Anstoßes brachte Ulrike Schulz, Leiterin der Erich-Viehweg-Schule, ins Rollen. Die Direktorin hatte kürzlich für ihre Einrichtung mit 18 Klassen und 380 Kindern einen Sozialarbeiter beantragt.
"Viele Mädchen und Jungen benötigen eine Einzelfallhilfe", erklärt Ulrike Schulz ihre Entscheidung. Etliche davon hätten Probleme, die Kinder nicht haben dürften. Keine ordentliche Nahrung und fehlendes Unterrichtsmaterial seien dabei nur die Spitze des Eisberges. Zur Untermauerung ihrer Forderung präsentierte die Schulleiterin einige Zahlen aus den Hauptschulklassen sieben und acht der Erich-Viehweg-Schule, die für ungläubiges Staunen unter den Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses sorgten. So sind von den 20 Schülern 45 Prozent bereits einmal sitzen geblieben, 40 Prozent sind sogar zweimal. Dadurch werden im Juli diesen Jahres 15 dieser Kinder die Schule ohne Abschluss verlassen. Ähnlich erschreckend sehen die Kopfnoten aus. Über 70 Prozent liegen hier im Bereich einer vier oder fünf. Ein "sehr gut" gibt es bei den Kopfnoten gar nicht zu verzeichnen. Die 20.000 Euro für die Projektförderung der Schulsozialarbeit stammen aus den Mitteln, die der Landkreis für Aktionen gegen Rechts freigeben will, da bei der Problematik rechtes Gedankengut auch eine Rolle spielt. (dan)

10.06.2007