J.- G.- Fichte- Schule Mittweida
Mittelschule mit Ganztagsbetreuung
Pressespiegel
2007

Sozialpädagogen sondieren Problemlage

 
03.03.2007 Freie Presse
Schulsozialarbeit im Landkreis Mittweida hat begonnen - Ferienzeit wird zur Konkretisierung der Konzepte genutzt
Von Babette Philipp

Mittweida. Die Schulsozialarbeit im Landkreis Mittweida ist angelaufen. Seit 1. Oktober sind die vier jungen Diplom-Sozialpädagogen in ihren Einrichtungen - der Fichteschule Mittweida, der Viehwegschule in Frankenberg sowie an den Lernförderschulen in Rochlitz und Burgstädt tätig. "Die erste Woche diente ihnen dabei vorrangig dazu, sich mit Schülern und Lehrern bekannt zu machen und sich ein erstes Bild über die Atmosphäre und die Problemlage an der jeweiligen Einrichtung zu verschaffen", erklärt Monika Schlesier, Abteilungsleiterin im Bereich Kinder- und Jugendhilfe beim Trägerverein Christliches Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD). Die Ferienzeit biete den Sozialarbeitern nun Zeit, ihre bereits vorliegende Konzeption zu konkretisieren und auf die Anforderungen an den Schulen zuzuschneiden, so dass sie danach mit ihrer Tätigkeit richtig starten können.
Diese bedient laut Schlesier die drei Hauptfelder Einzelfallhilfe, gegebenenfalls die Arbeit in kleinen Gruppen sowie die Zusammenarbeit mit den Eltern. Permanenter Schwerpunkt an allen Einrichtungen sei die Auseinandersetzung mit rechtsextremistischen Tendenzen und das entsprechende Gegensteuern. Es gelte zudem, Position zu beziehen gegen alle Formen von Gewalt, betont Schlesier.
An der Fichteschule in Mittweida und der Viehwegschule in Frankenberg sieht sie besonders gute Startbedingungen für die "Neuen", weil an diesen beiden Mittelschulen durch die Schuljugendarbeit der Weg bereits eingeschlagen und auch bekannt sei, was Jugendhilfe leisten kann. "Hier besteht eine gute Möglichkeit, sich abzusprechen und beispielsweise durch die Kombination von Freizeitangebot mit Einzelfallhilfe die Arbeit zu optimieren." Aber auch die beiden anderen Schulsozialarbeiter müssen natürlich nicht allein im Regen stehen. "Die Anleitung aller erfolgt durch das CJD", sagt Schlesier. So gebe es beispielsweise monatliche Dienstberatungen, an denen alle neun Mitarbeiter - drei Schuljugendarbeiter aus dem Landkreis Mittweida, zwei aus Freiberg sowie die vier neuen Schulsozialarbeiter, teilnehmen. Dies diene zum einen dem regelmäßigen Erfahrungsaustausch und zum anderen dazu, bestimmte Projekte gemeinsam vorzubereiten und durchzuführen.
Dabei sei Schuljugend- von Schulsozialarbeit zu unterscheiden. Während erstere ein offenes Angebot für alle Kinder und Jugendlichen darstelle - zum Beispiel in Form eines Schulklubs, von Freizeit- und Ferienangeboten mit Sport und Spiel - versuche Schulsozialarbeit Problemlagen einzelner Schüler zu lösen und Unterstützung bei der Lebensbewältigung zu geben. Neben der Begleitung auf dem Weg zum Erwachsenwerden spiele auch die Berufsorientierung eine große Rolle. Die Probleme könnten dabei sehr unterschiedlich sein. Mangelndes Interesse an der Schule und entsprechend schlechte Leistungen, Gewaltbereitschaft und eben rechts- oder linksextreme Tendenzen nennt Schlesier als Beispiele.

13.10.2007