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2007 |
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Statt Schule arbeiten - ohne Lohn |
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| 18.07.2007 |
Freie Presse |
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Der 14-jährige Jonny Soffner hat seinen Sozialen Tag in der Firma Gastroline
in Mittweida geleistet und sich dort um defekte und verdreckte Isolierkannen
gekümmert. Falk Bernhardt |
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| 3. Sozialer Tag in Sachsen: Ob Sticken, Putzen,
Unkrautjäten - Schüler sind mit Begeisterung bei der Sache |
| Unter dem Motto "Genial- sozial" hat gestern zum
dritten Mal der sachsenweite Soziale Tag stattgefunden. Schüler konnten
auf freiwilliger Basis arbeiten gehen. Das von ihnen erwirtschaftete
Geld wird für Hilfsprojekte in aller Welt gespendet |
| Von Babette Philipp |
Mittweida. Konzentriert sitzt Silvia Kelly über ihre
Stickarbeit gebeugt. Konzentration ist auch notwendig, denn die winzigen
Kreuzstiche, mit denen sie das Gewebe füllt, messen nicht mehr als zwei
mal zwei Millimeter. Eine Sisyphusarbeit. Doch das Mädchen macht sie
freiwillig und sogar noch umsonst. "Das Geld wird gespendet. Ich finde
das gut. Deshalb bin ich heute hierher und nicht zur Schule gegangen",
sagt die Achtklässlerin und arbeitet weiter fleißig weiter an einer
Pferdedecke für den Fürstenzug.
Handfester geht es bei Markus zu, ein weiterer der fünf Schüler, die den
Sozialen Tag im Beratungs- und Beschäftigungszentrum Mittweida
verbringen. Der junge Mann hilft im Lager beim Möbeltragen und
Zusammenbauen. "Er stellt sich gut an, ist geschickt und kann zupacken",
lobt Lager-Chef Karl-Günter Tauchmann. |
| Draußen befreit Raphaela ein Beet vom Unkraut. "Ich war
vergangenes Jahr schon mal hier zu einem Praktikum. Da wollte ich auch
zum Sozialen Tag wieder herkommen", sagt die Neuntklässlerin, die
bereits das dritte Mal auf diese Art und Weise Geld für andere Menschen
spendet. Noch arbeitet das Mädchen im Schatten. "Aber wenn es zu warm
wird, kommst du rein", sorgt sich Karen Fischer vom Verein Netz-Werk.
Sie hat den Schülern zu Beginn ihrer "Schicht" die verschiedenen
Bereiche, wie Möbelbörse, Kreativwerkstatt und Tafel, gezeigt und
betreut ihren Arbeitstag, der nun erst einmal durch die Mittagspause
unterbrochen wird. |
| Um diese Zeit ist auf dem Mittweidaer Markt kein
Schatten mehr zu finden. Doch trotz sengender Hitze haben drei Mädchen
aus der sechsten Klasse von halb neun bis halb zwölf tapfer Kuchen
verkauft und nebenbei die Marktbesuchern mit Flyern über den Aktionstag
aufgeklärt. "Erst haben sie sich nicht richtig getraut. Ist ja auch
schwer, einfach so fremde Menschen anzusprechen. Doch dann kamen immer
mehr Leute zu uns, die von den Mädchen vom Stand erfahren haben. Manche
haben sogar einfach so ohne etwas zu kaufen Geld gespendet", berichtet
Jenny Pohl. Die 19-Jährige, die gerade das Abi in der Tasche hat,
koordiniert die Arbeit von Jasmin und der beiden anderen Mädchen, die
ebenso wie sie Jenny heißen. "Ich kannte den Sozialen Tag, habe auch
schon mitgemacht. Das ist eine gute Sache. Und den Mädchen hat es auch
richtig gefallen", sagt sie. Nun werden die drei Tische, ohne
Standgebühren zur Verfügung gestellt v0n der Stadtverwaltung,
weggeräumt. Der Kuchen ist alle und auch die von Privatleuten
gespendeten Gebrauchsgegenstände sind für einen symbolischen Preis
verkauft worden. "Wir haben am Stand 100 Euro eingenommen", freut sich
Viola Mirtschin, Lehrerin an der Fichte-Schule. "Es ist einfach toll zu
sehen, mit welcher Begeisterung die Schüler dabei waren." |