J.- G.- Fichte- Schule Mittweida
Mittelschule mit Ganztagsbetreuung
Pressespiegel
2007
Studentin zeigt Stadt Sparpotenzial
 
23.02.2007 Freie Presse
Diplomarbeit zu energiefressendem Mittelschul-Gebäude in Mittweida offenbart Versäumnisse bei Sanierung
Von Katharina Leuoth
Mittweida. Antworten auf die Frage, warum die Fichte-Mittelschule in Mittweida trotz Sanierung ein Energiefresser ist, gibt jetzt die Diplomarbeit von Juliane Lachnitt, einer Studentin der Hochschule Mittweida. Demnach gab es bei der Sanierung vor fünf Jahren Versäumnisse. Die Verteidigung der Diplomarbeit steht zwar noch aus. Die Stadtverwaltung aber signalisiert bereits, die Ergebnisse für zukünftige Sanierungen nutzen zu wollen.
Hunderte Euro gehen flöten
2005 hatte eine kostenlose Analyse für Energieeffizienz und Gebäudewirtschaftlichkeit von Siemens gezeigt, dass die Fichte-Schule und das Gymnasium Energiefresser sind. Mit dem Unterschied, dass die Mittelschule bereits saniert worden war, unter anderem mit neuen Heizkörpern. Da eine genauere Analyse von Siemens Geld gekostet hätte, beschloss die Stadt, stattdessen an der Hochschule eine Diplomarbeit in Auftrag zu geben. Titel: "Handlungsempfehlungen zur Reduzierung des Energieverbrauchs im Rahmen von Gebäudesanierungen".
In der Diplomarbeit sei berechnet worden, dass mit der Sanierung der Fichte-Schule 26 Prozent des Energieverbrauchs hätten eingespart werden können, so Schreiber. Doch erreicht wurde nur ein Prozent.Das läge laut Diplomarbeit unter anderem daran, dass der Heizkessel für Erdöl - inzwischen umgestellt auf Gas - für das Gebäude zu ineffizient arbeite. 1200 Euro an Energieverlust gingen dadurch pro Jahr flöten. "Das war eine Überraschung für uns", sagt Schreiber. Nun werde geplant, den Kessel in den nächsten Jahren zu ersetzen. Des weiteren werde in der Diplomarbeit dargelegt, dass durch die ausgesparte Sanierung des Dachbodens und der Dämmung des Dachs weiterhin ein Energieverlust von 800 Euro jährlich besteht. "Für den Ausbau des Dachbodens gab es damals keine Fördermittel. Wir werden uns erneut um Gelder bemühen, um das nachzuholen", so Schreiber. Schwieriger zu lösen sei das Problem im Keller. In dem alten, ehemals unversiegelten Mauerwerk habe sich von außen Nässe festgesetzt. So sei zwar eine neue Abdichtung angebracht worden, "doch es wird Jahre dauern, bis wir die Nässe durch Heizung und Lüftung aus den Wänden bekommen", so Schreiber.
Neue Daten sollen sparen helfen
Nachteilig hätte sich auch ausgewirkt, dass es vor der Sanierung keine Schwächeanalyse des Energieverbrauchs gegeben habe. In der Diplomarbeit sei nun ein Messprotokoll erarbeitet worden, mit dem vor künftigen Sanierungen städtischer Gebäude unter anderem Schwachstellen des Energieverbrauchs festgestellt werden können. "Das werden wir nutzen und den Planungsbüros als Grundlage geben", sagt Schreiber. Im Übrigen sei laut Diplomarbeit das zuständige Büro für die Sanierung der Fichte-Schule von falschen Schülerzahlen und einer falschen Einschätzung zur Nutzung der Bürkel-Halle, in der Sportunterricht und Kulturveranstaltungen stattfinden, ausgegangen. Die Diplomarbeit hat außerdem die Sanierungspläne für das Gymnasium untersucht. Ein Ergebnis: Der Einsatz erneuerbarer Energien sei dort nicht sinnvoll. Fachfirmen könnten das aber noch überprüfen."Prinzipiell wird uns empfohlen, ein kommunales Energiemanagement einzuführen", fasst Schreiber zusammen.Das könne heißen, einen Verantwortlichen festzulegen, der sich um Fragen der Energieeinsparung kümmert. "Wir planen, diese Aufgaben in die Abteilung Gebäudemanagement zu integrieren, die im Sommer gegründet werden und bei der Kämmerei angesiedelt sein soll", so Schreiber.
 

16.04.2007