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| Pressespiegel |
| 2007 | ||
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Stromausfall legt Mittweida lahm |
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Region hart von Schwelbrand in Umspannwerk getroffen- EnviaM: Schwerster Fall seit 10 Jahren |
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| Mittweida. Bert Müller aus Altmittweida war gestern früh gegen Fünf spät dran. Am Knotenpunkt Neusorger-/ Burgstädter Straße musste er fluchen: "Auch das noch, die Ampeln gehen nicht." Von allen drei Seiten drängten die Autos in die Baustelle. Chaos pur. Zum Glück hatten einige beherzte Fahrer das Regeln selbst in die Hand genommen. Doch das war nicht die einzige Stelle, wo es zappenduster war: Insgesamt saßen 14.500 Kunden von EnviaM in Mittweida und 16 Dörfern rundum seit dem frühen Morgen ohne Strom da. | ||
| 4.44 Uhr war in der Chemnitzer EnviaM-Zentrale eine Störmeldung aus dem Mittweidaer Umspannwerk an der Chemnitzer Straße eingegangen. Wenige Minuten später war der Bereitschaftsdienst an Ort und Stelle, entdeckte einen Schwelbrand in der Schalterhalle und alarmierte die Feuerwehr. Die erreichte der Hilferuf 5.35 Uhr. "Ausgerückt sind wir mit 23 Mann und vier Löschfahrzeugen", sagt Wehrleiter René Schröter und war froh, dass das Notstromaggregat am Depot von selbst angesprungen war. "Sonst hätten wir die Tore per Hand öffnen müssen." | ||
| Den meisten Menschen in der Region bereitete der
Stromausfall ein böses Erwachen mit der Erkenntnis: Ohne Strom
funktioniert heutzutage kaum noch was. Sie mussten durch dunkle Räume
tapsen, auf Wecker, Radio, Toaster, Mikrowelle und vieles mehr
verzichten. Die meisten Telefone waren lahmgelegt. Zwar informierte ein
Lautsprecherwagen bereits am Vormittag über die Situation, doch so wie
Hannelore Hofmann eilten viele in die Stadt, um Näheres zu erfahren -
und erlebten ihr blaues Wunder. "Schon mein Arzttermin war wegen
Strommangels ausgefallen", sagte die 70-Jährige Mittweidaerin. Als sie
dann in der Innenstadt etwas essen wollte, reichte es nur für kalte
Küche. Und als sie sich an der Brandstätte selbst erkundigen wollte,
staunte sie nicht schlecht: Von außen sah das umzäunte
20.000-Kilovolt-Umspannwerk am Mittag aus, als sei nichts passiert:
blitzsauber. Ein Notstromaggregat tuckerte. Zahlreiche behelmte Männer
wuselten von einer Stelle zur anderen. Was man nicht sehen konnte: In
der Schalterhalle lag auf allen Flächen nasser Ruß. Mitarbeiter von
Spezialreinigungsfirmen aus Dresden und Chemnitz sowie Envia-Mitarbeiter
kratzten, putzten, schraubten an den Schaltschränken, die ansonsten 230
Trafohäuschen in der Region mit Strom versorgen. "Wir haben zwei
Fehlerstellen entdeckt", so Dietrich Krippendorf, Geschäftsführer der
Envia Netzservice GmbH am Mittag. Nachdem am Nachmittag offenbar ein
erster Versuch scheiterte, hoffte er, die Anlage bis zum späten Abend
flott zu bekommen. "Ansonsten müssen wir den Katastrophenschutzstab um
Hilfe bitten", sagte er. Mit 17 Notstromaggregaten waren bis zum frühen
Nachmittag rund 6000 Kunden versorgt. Das große Brummen der Aggregate
war überall in der Stadt zu hören. "Wenn es länger dauert, bräuchten wir
weit mehr Technik", meinte Krippendorf. Laut EnviaM handelt es sich um
den schlimmsten derartigen Fall der vergangenen Jahre, der aber "äußerst
selten vorkommt", so Krippendorf. Schlimm war auch die Wirtschaft dran. In den meisten Unternehmen standen die Räder still. "Der Schaden ist heute noch gar nicht abzusehen", sagte Dieter Gebauer, Geschäftsführer der Mittweidaer Präzisionsteile GmbH. Die Frühschicht sei gleich nach Hause geschickt worden, die Spätschicht stehe auf Abruf bereit. Am wichtigsten jedoch sei es, die je 3,5 Tonnen flüssiges Messing aus den Schmelzöfen herauszubekommen, ehe die Masse erstarre. Die Envia hatte dafür ihr stärkstes Notstromaggregat in Stellung gebracht: 500 kW, genügt, um einen Ort wie Schönborn-Dreiwerden zu versorgen. |
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| Betroffen waren im Mittweidaer Umland auch die Tierzüchter. Die Envia schickte in sieben Agrarbetriebe reihum ein Notstromaggregat, damit die Kühe gemolken werden konnten. Nur wenig behindert wurde der Ablauf im DRK-Pflegeheim, dank des eilig herbeigeschafften Notstromaggregats. "Nur der Aufzug bleibt außer Betrieb, ein zu großer Stromfresser", sagte Siegfried Scharf, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Döbeln-Hainichen. Als die Notstromversorgung dann doch einen Aussetzer hatte, war zum Glück wieder Strom in der Leitung. Der Tee für die Steppkes in der Kindereinrichtung Seifersbach wurde an diesem Tag im Hainichener Pflegeheim gekocht. "Schlechte Karten" auch für die Schüler der Fichte-Mittelschule: Der Unterricht lief - auch ohne Pausenklingel. (ALU/PS/MW)Kommentar | ||
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Betroffene Orte: Altmittweida, Crossen, Erlebach, Falkenhain, Frankenau, Lauenhain, Mittweida-Stadtgebiet, Ringethal, Rossau, Schönborn-Dreiwerden, Schweikershain, Seifersbach, Thalheim, Weinsdorf, Wiederau, Zschoppelshain. |
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13.10.2007