J.- G.- Fichte- Schule Mittweida
Mittelschule mit Ganztagsbetreuung
Pressespiegel
2008
Zehntklässler nicht im "Tal der Ahnungslosen"
 
29.08.2007 Freie Presse
Staatssekretär Jürgen Staupe diskutierte am gestrigen "Tag der Demokratie" mit Schülern der Klasse 10 c der Fichte-Mittelschule über Meinungsfreiheit, Sozialstaat und das Leben in der DDR. Falk Bernhardt
 
Staatssekretär Jürgen Staupe erlebt rasante Zeitreise bei Unterrichtsstunde in der Mittweidaer Fichte-Mittelschule
Von Uwe Lemke
 
Mittweida. Eine solch lockere, aber dennoch überaus lehrreiche Geschichtsstunde hätte sich Jürgen Staupe früher auch gewünscht. Der Staatssekretär aus dem sächsischen Umweltministerium gab dies offen zu, als er gestern Vormittag vor der Klasse 10 c der Mittweidaer Fichte-Mittelschule stand und mit den Schülern anlässlich des von der Staatsregierung ins Leben gerufenen "Tages der Demokratie" mal ganz locker diskutierte.
Sein Kompliment galt einigen der eifrigen Schüler, aber auch Geschichtslehrerin Christine Franz, die es in den 45 Minuten mitreißend verstanden hat, unter anderem den Bogen zu spannen von der Antike über die französische Revolution 1789 zur friedlichen Revolution 1989 in der DDR. Dass es 1789 um Brot, also ums Essen für das Volk ging, wussten die Schüler. Aber auch, worum es 1989 in der DDR ging? "Die Familien waren getrennt", warf Frances Ruppelt in die Runde. "Die wollten bessere Klamotten. Außerdem konnte man nicht reisen. Nur in die sozialistischen Staaten", sagte der eifrigste "Mitarbeiter" in dieser Unterrichtsstunde, Philipp Kilian. Und auch dass es in der DDR keine Bananen und Pfirsiche gab, dass Dresden als das "Tal der Ahnungslosen" galt und ARD kurioserweise für "Außer Raum Dresden" stand, war den Jugendlichen nicht unbekannt. So manche Draufsicht dieser jungen Leute auf die DDR-Geschichte, die sie nur aus Büchern und von den Erzählungen ihrer Eltern kennen, rief auch bei dem Mann aus Dresden manche Erinnerung wieder wach. Und obwohl er erst mit dem Pausenklingeln vor die Klasse trat, löcherten ihn die Schüler mit ihren Fragen. "Was sind Ihre Aufgaben?", wollte Jennifer Enzesberger wissen. "Das Ministerium leiten, Abstimmungen zwischen Land und Bund treffen und Geld beschaffen", informierte Staupe. Und auch anderen Fragen wich er nicht aus. "Warum ist Ministerpräsident Milbradt zurückgetreten?", fragte Philipp Kilian. "Wenn man Mehrheiten verliert, auch in der eigenen Partei, sollte man das tun", antwortete der Gast aus Dresden. Dass laut Staupe der Staat mit Steuergeldern Schulen, Krankenhäuser und... Straßen baut, dafür Kredite aufnehmen muss und sich deshalb verschuldet, zauberte in Philipps Gesicht ein verschmitztes Lächeln - er hat wohl in diesem Moment an die Mittweidaer Straßen gedacht.
Zum Schluss hatte Staupe für jeden Schüler nicht nur eine Überraschungstüte parat, sondern auch die Info, dass es anlässlich 20 Jahre Wende nächstes Jahr eine Wanderausstellung geben wird. Außerdem werden Zeitzeugen gesucht, die z. B. vor Schulklassen über ihr Leben in der DDR berichten möchten.

28.09.2008