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Von Falk Bernhardt
Mittweida. Zwei Konzerte, die unterschiedlicher nicht sein könnten,
haben am Samstagabend die rund 80 Besucher beim "Rock in der Fichte" in
der Mittweida Bürkel-Halle erlebt. Wohl die einzige Gemeinsamkeit der
Künstler auf der Bühne - Tino Eisbrenner und die Gruppe Berluc - war,
dass ihre Wurzeln in der DDR liegen. Denn schon in der Lautstärke
unterschieden sich die Rocker gravierend - leider ein Grund für einige
Besucher, vorfristig zu gehen. Platz war für die gemeinsame
Veranstaltung vom Kulturbetrieb der Stadt Mittweida und des Landkreises
jedenfalls für wesentlich mehr Gäste.
Der zuerst auftretende Tino Eisbrenner verstand es, begleitet von einem
Akustik-Trio, die Zuhörer an seinen Lippen kleben zu lassen. Er gab sich
mal als Träumer, dann als Suchender, als Liebender und oftmals mit
leicht erhobenem Zeigefinger. Mit Mittweida habe ihn bislang nicht viel
verbunden. Er erinnerte sich nur an einen Auftritt im Jahr 1986, damals
noch mit seiner Gruppe Jessica. Genau diese Lieder waren bei vielen
Gästen noch bekannt, Höhepunkt natürlich "Ich beobachte dich", begleitet
von schnipsenden Fingern fast aller im Saal. Von der Bühne ließ man den
45-jährigen Eisbrenner nur ungern gehen. Wie im Rausch bauten sich seine
Zugaben mit etlichen zum Teil in Deutsche übersetzten Hits von Bruce
Springsteen bis Police auf, mitgesungen von den spontan ins Leben
gerufenen " Fichte-Chören".
Berluc kam gleich mit dem größten Hit "Hallo Erde hier ist Alpha" auf
die Bühne - nicht gestürmt sondern selbstironisch als humpelnde
Rockerrentner. Verlernt hat die Gruppe nichts. Harter und direkter Rock
wurde mit viel Pathos präsentiert, so als wäre man mitten in den 1980er
Jahren. Die anfängliche Skepsis in den hinteren Reihen legte sich
schnell, mitsingen konnte man auch hier genug bei Titeln wie "Die Erde
lebt", "Segelnd mit dem Wind" oder "No Bomb". Am Ende freuten sich auch
die zum Teil von weit her angereisten Fans über die Bänke vor der Bühne. |