Mittweida. Wenn im Eisstadion die Hockeyschläger beim
Bully aneinander krachen und der Puck gegen die Bande knallt, lässt das
die Herzen vieler Sportfans höher schlagen. Wenn man aber weder Eis noch
Schlittschuhe zur Verfügung hat, bietet die "Sparvariante" mindestens
genauso viel Spaß und Unterhaltung.
Unihockey heißt die Version, die verschiedene Elemente von Eishockey und
Feldhockey vereint und bei der man sich mal wieder so richtig
verausgaben kann. Ausgerüstet mit einem Plasteschläger und einem kleinen
Plastikball kann meine Übungseinheit beginnen. In der Unihockey-AG der
Fichteschule Mittweida bringt mir Sportlehrerin Viola Mirtschin die
Grundlagen des Sports bei. Gemeinsam mit ihr und den Schülerinnen Nicole
und Jessica geht es zunächst an die verschiedenen Techniken zur
Ballbehandlung. Zwischen Schlenzen und Schlagen wird beim Hockey
unterschieden und den Unterschied kapiert man wirklich schnell -
besonders beim Schießen auf das kleine Tor. Durch das längere Führen des
Balles ist beim Schlenzen eine größere Zielgenauigkeit der Vorteil und
beim Schlagen bekommt man mehr Druck hinter den Ball. Alles in allem
brauchte es eine Weile, bis das kleine runde Ding endlich mal im Netz
zappelte. Der Umgang mit dem Schläger ist allerdings leicht zu lernen,
so dass auch Ungeübte schnell Gefallen an dem Sport finden können.
"Außerdem sind die Regeln einfach, so dass jeder gleich mitspielen
kann", erklärt Mirtschin.
So darf der Schläger nicht über Kniehöhe gehalten werden. Der Torraum
darf beim Kleinfeld nicht betreten und die Bande kann als Hilfsmittel
jederzeit genutzt werden. Ein Toraus gibt es wie beim Eishockey nicht.
Wie die Kufenflitzer auch, können die Mitspieler beim Unihockey
permanent auswechseln. Gut, das würde auch voraussetzen, dass man
genügend Mitstreiter in der Mannschaft zur Verfügung hat. Zu viert waren
wir in der AG natürlich total unterbesetzt.
Aber was soll's, dann müssen eben noch mehr Spieler überredet werden.
Lange ließen sich "Freie Presse"-Fotograf Falk Bernhardt und Sportlehrer
Frank Hoffmann nicht bitten, eine kurze Partie mit uns zu spielen. Ganz
schön rasant und schweißtreibend jagte jede Mannschaft mit ihren drei
Spielern über das Feld. Im Kopf muss man für diese Art des Hockeyspiels
schnell sein. Läuft man sich in eine gute Position und wird von einem
Teamkameraden angespielt, ergeben sich schnell Torchancen. Das
Abwehrverhalten muss ebenso durchdacht werden und so ist das ständige
Laufen eigentlich eine Voraussetzung, um nicht einen Treffer nach dem
nächsten zu kassieren, zumal es bei der Kleintor-Variante keinen Torwart
gibt. Förderschulen, Gymnasien und Mittelschulen haben Unihockey schon
länger in ihre Sport-AGs aufgenommen und tragen regelmäßig Turniere aus.
"Beim Training sind die Jugendlichen nicht zu stoppen und schleppen sich
über das Spielfeld, bis es wirklich nicht mehr geht", schildert Viola
Mirtschin die Begeisterung ihrer Schützlinge. |