J.- G.- Fichte- Schule Mittweida
Mittelschule mit Ganztagsbetreuung
Pressespiegel
2008
Wie Eishockey, nur ohne Kufen
 
13.09.2008 Freie Presse
Katrin Reimann spielt in Mittweida Unihockey. Falk Bernhardt
 
Sportartentest (21): Unihockey ist besonders in Schulen ein beliebter Trendsport
Die Vereine der Region bieten zahlreiche Möglichkeiten an, sich zu bewegen, traditionelle Disziplinen und die neuesten Trends. "Freie Presse" testete weitere Sportarten von A bis Z.
Von Katrin Reimann
 
Mittweida. Wenn im Eisstadion die Hockeyschläger beim Bully aneinander krachen und der Puck gegen die Bande knallt, lässt das die Herzen vieler Sportfans höher schlagen. Wenn man aber weder Eis noch Schlittschuhe zur Verfügung hat, bietet die "Sparvariante" mindestens genauso viel Spaß und Unterhaltung.
Unihockey heißt die Version, die verschiedene Elemente von Eishockey und Feldhockey vereint und bei der man sich mal wieder so richtig verausgaben kann. Ausgerüstet mit einem Plasteschläger und einem kleinen Plastikball kann meine Übungseinheit beginnen. In der Unihockey-AG der Fichteschule Mittweida bringt mir Sportlehrerin Viola Mirtschin die Grundlagen des Sports bei. Gemeinsam mit ihr und den Schülerinnen Nicole und Jessica geht es zunächst an die verschiedenen Techniken zur Ballbehandlung. Zwischen Schlenzen und Schlagen wird beim Hockey unterschieden und den Unterschied kapiert man wirklich schnell - besonders beim Schießen auf das kleine Tor. Durch das längere Führen des Balles ist beim Schlenzen eine größere Zielgenauigkeit der Vorteil und beim Schlagen bekommt man mehr Druck hinter den Ball. Alles in allem brauchte es eine Weile, bis das kleine runde Ding endlich mal im Netz zappelte. Der Umgang mit dem Schläger ist allerdings leicht zu lernen, so dass auch Ungeübte schnell Gefallen an dem Sport finden können. "Außerdem sind die Regeln einfach, so dass jeder gleich mitspielen kann", erklärt Mirtschin.
So darf der Schläger nicht über Kniehöhe gehalten werden. Der Torraum darf beim Kleinfeld nicht betreten und die Bande kann als Hilfsmittel jederzeit genutzt werden. Ein Toraus gibt es wie beim Eishockey nicht. Wie die Kufenflitzer auch, können die Mitspieler beim Unihockey permanent auswechseln. Gut, das würde auch voraussetzen, dass man genügend Mitstreiter in der Mannschaft zur Verfügung hat. Zu viert waren wir in der AG natürlich total unterbesetzt.
Aber was soll's, dann müssen eben noch mehr Spieler überredet werden. Lange ließen sich "Freie Presse"-Fotograf Falk Bernhardt und Sportlehrer Frank Hoffmann nicht bitten, eine kurze Partie mit uns zu spielen. Ganz schön rasant und schweißtreibend jagte jede Mannschaft mit ihren drei Spielern über das Feld. Im Kopf muss man für diese Art des Hockeyspiels schnell sein. Läuft man sich in eine gute Position und wird von einem Teamkameraden angespielt, ergeben sich schnell Torchancen. Das Abwehrverhalten muss ebenso durchdacht werden und so ist das ständige Laufen eigentlich eine Voraussetzung, um nicht einen Treffer nach dem nächsten zu kassieren, zumal es bei der Kleintor-Variante keinen Torwart gibt. Förderschulen, Gymnasien und Mittelschulen haben Unihockey schon länger in ihre Sport-AGs aufgenommen und tragen regelmäßig Turniere aus. "Beim Training sind die Jugendlichen nicht zu stoppen und schleppen sich über das Spielfeld, bis es wirklich nicht mehr geht", schildert Viola Mirtschin die Begeisterung ihrer Schützlinge.

11.10.2008