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| Pressespiegel |
| 2008 | ||
| Gemeinsamer Jubel ist nicht ganz umsonst | ||
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| Bei den öffentlichen Übertragungen der EM-Spiele kassiert auch die Gema - Zumeist ziehen nur die Spiele der deutschen Mannschaft | ||
| Von Steffen Bauer | ||
| Freiberg/Mittweida. Der BSC Motor Rochlitz hatte
gestern Abend ein volles Haus. Im Vater-Jahn-Stadion, wo sonst die
Motor-Kicker in der Bezirksklasse vor durchschnittlich immerhin 200
Zuschauern spielen, versammelten sich ab 18 Uhr mehr als doppelt so
viele Fußballfans zum EM-Spiel Deutschland - Kroatien. Der BSC überträgt wie schon bei der WM vor zwei Jahren auf einer Großleinwand die Spiele der Europameisterschaft, jedoch nur die der deutschen Nationalelf. "Die anderen Spiele ziehen nicht", sagt Ulrich Fiebig, und dann lohne sich der Aufwand nicht. Zumal für die öffentlichen Übertragungen auch noch Gebühren für die Gema (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) fällig werden, die in Deutschland die Urheberrechte von Komponisten, Textautoren und Musikverlegern vertritt. Der BSC-Geschäftsstellenleiter ist dabei aber ganz beruhigt: "Die Veranstaltungen sind ordnungsgemäß angemeldet, auch bei der Stadtverwaltung", so Fiebig. In Mittweida hatten die Organisatoren des Public viewing zur WM 2006 dagegen Ärger mit der Gema: "Es gab einige Unstimmigkeiten und einen kleinen Streit", erinnert sich Frank Schleußing vom Fachbereich Sport und Kultur der Stadtverwaltung. "Uns war zum Beispiel unverständlich, wie etwa das Abspielen einer afrikanischen Nationalhymne bei der Gema gebührenpflichtig sein kann." So musste man zwar in die Verlängerung, doch schließlich einigten sich beide Seiten gütlich. Diesmal wurde alles im Vorfeld abgestimmt und für die Spiele ein Tagespaket der Gema erworben, so Schleußing. In Mittweida werden alle Spiele ab dem Viertelfinale in der Bürkel-Halle an der Fichteschule gezeigt. "Die rund um die Fußballspiele übertragenen Musikstücke, so der EM-Song, sind urheberrechtlich geschützt", erklärt Bettina Müller von der Gema. Deshalb müsse jede Übertragung angemeldet werden. Auch die Kommentare der Reporter seien geschützt. Für die EM und die Olympischen Spiele in Peking habe die Gesellschaft, die ihren Sitz in München hat, einen Sondertarif für die öffentliche Wiedergabe vereinbart. So werden pro Fernsehgerät 31,55 Euro fällig, bei Großleinwänden richtet sich die Gebühr nach der "beschallten Fläche": Bei 300 Quadratmetern sind das 200 Euro. In Freiberg können die Anhänger der deutschen Mannschaft alle Spiele ihrer Lieblinge und die Finalrunde im Kinopolis sowie im Beach Club 7 am Fuchsmühlenweg verfolgen. "Mit 150 Gästen war der Saal am Sonntag fast voll", freute sich Conny Fritzsche vom Kinopolis. Das Kino habe wie bei der WM eine Lizenz der Gema für ausgewählte Spiele. Der Eintritt ist trotz der Gebühr frei. Zwischen 50 und 100 Fußballfans haben bislang die Spiele auf Rosts Wiesen in Augustusburg verfolgt, wo alle 31 Partien des Turniers live über eine Großleinwand flimmern. Rund 200 Zuschauer fassen die Räumlichkeiten neben der Sommerrodelbahn. Die Betreiber vom Augustusburger Freizeitzentrum übertragen sei Jahren sportliche Großereignisse, sagt Uwe Schreier. "Das ist auch eine Imagefrage." Rechnen würde sich die Sache, auch wenn zu manchen Spielen nur 20 Fans kommen. "Wir haben ohnehin einen Jahresvertrag mit der Gema." |
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13.08.2008