|
2008 |
|
Erfahrungen sammeln und anderen helfen |
| |
| 09.07.2008 |
Freie Presse |
 |
Jasmin Bagdons
und Jenny Sabisch (r.) haben zum sozialen Tag einen Flohmarkt-Stand auf dem
Mittweidaer Markt betreut und Passanten über die Aktion informiert. Falk
Bernhardt |
|
| |
| Aktion "Genial sozial" gestern auch in Mittweida |
| Seit 1997 organisiert die Sächsische Jugendstiftung
Programme für junge Menschen, um gesellschaftliches Engagement,
Solidarität und Identität zu fördern, darunter auch den Sozialen Tag.
Die Fichteschule Mittweida beteiligte sich an ihm mit 130 Schülern und
sammelte dabei Spenden für Hilfsprojekte in der ganzen Welt. |
| Von Katrin Reimann |
| Mittweida. Mehr als 2000 Euro sind durch den
Arbeitseinsatz der Mittelschüler zur 4. Auflage der Aktion "Genial
sozial" zusammen gekommen. Einen Tag lang schufteten die Kinder und
Jugendlichen freiwillig für den guten Zweck; der Lohn für die geleistete
Arbeit wird gespendet. |
| Zu den Projekten, die in diesem Jahr von der
Sächsischen Jugendstiftung ausgewählt wurden, zählen der Bau einer
Schulküche in Weißrussland und eines Rehabilitationszentrums in
Russland, die Einrichtung von Unterrichtsräumen für eine Oberschule in
Togo und die Förderung eines integrierten landwirtschaftlichen
Jugendprojektes im afrikanischen Burkina Faso. Eine Jury aus sächsischen
Jugendlichen bestimmte im Vorfeld die Verwendungszwecke für die
erarbeiteten Spenden. "Da es auch möglich ist, 30 Prozent der Einnahmen
für ein eigenes Projekt zu verwenden, haben wir uns entschieden, mit dem
Geld den Bau einer Heizungsanlage in unserer Partnerschule Thalheim in
Rumänien zu unterstützen", erklärte Lehrerin Viola Mirtschin. |
| Seit Beginn der Aktion "Genial sozial" im Jahr 2005 ist
die Fichteschule aus Mittweida dabei und konnte jedes Jahr mehr Schüler
für die Arbeit gewinnen. Und die sind bei der Suche nach Arbeitgebern
für einen Tag meist fündig geworden. "Mich hat die Arbeit in einer
Apotheke schon immer interessiert. Deshalb habe ich gefragt, ob ich
heute hier arbeiten darf", berichtete Samira Weinhold aus der sechsten
Klasse. Sie wurde mit Botengängen betraut und bearbeitete sogar einige
Rechnungen am Computer. "Es ist zwar nicht einfach, geeignete Aufgaben
für die Schüler zu finden, aber die Idee finde ich klasse. So können die
Schüler etwas Gutes tun und gleichzeitig mal in den Alltag
reinschnuppern", meinte Apothekerin Uta Siling zur Aktion. |
| Die Mischung aus "Erfahrungen in der Berufswelt
sammeln" und "etwas für andere tun" kommt bei den Jugendlichen gut an.
Lisa Finsterbusch heuerte für einen Tag im Friseursalon an. "Ich mache
bei der Aktion mit, weil man anderen Kindern helfen kann. Ich war auch
neugierig auf den Beruf und habe mich deswegen für das Haarstudio
entschieden", erzählte Fünftklässlerin Lisa. Rick Hellfritsch aus der
siebten Klasse sammelte bei einer Firma für Prototypen und
Erodiertechnik nicht nur erste Berufserfahrungen, sondern erkundigte
sich auch nach den Anforderungen an künftige Lehrlinge. "Die Chance habe
ich gleich genutzt. Ich finde es gut, dass man mit der Aktion armen
Menschen helfen kann. Es könnte einem ja auch mal so gehen", so Rick. |