Mittweida. Unter dem Motto "genial sozial - Deine
Arbeit gegen Armut" findet am 8. Juli zum vierten Mal der Soziale Tag in
Sachsen statt. Schüler haben Gelegenheit, einen Tag lang statt zur
Schule zu gehen, in einem Geschäft, Unternehmen, bei einem Verein oder
auch bei einer Privatperson zu arbeiten. Der Lohn, den sie für die nach
Alter gestaffelte Arbeitszeit von zwei bis sechs Stunden erhalten,
spenden sie an Hilfsprojekte in aller Welt. Das Ganze ist freiwillig.
Wer mag, kann auch zur Schule gehen.
"Doch die meisten entscheiden sich fürs Arbeiten", sagt Viola Mirtschin,
Sport und Biologie-Lehrerin an der Mittweidaer Fichteschule. Sie spricht
aus Erfahrung, denn sie begleitet die Aktion von Beginn an, kümmert sich
um die Information der Schüler, klärt über die Hilfsprojekte auf und hat
den Überblick über die Bewerbungen. "Im vergangenen Jahr waren 134
Schüler von uns dabei und haben mit ihrer Arbeit rund 2000 Euro
erwirtschaftet", sagt Mirtschin. Das Geld sei unter anderem für den Bau
eines Gesundheitszentrums in Mosambik gespendet worden. Und nicht nur
das: Eigentlich können
30 Prozent der Summe einbehalten und für eigene Zwecke genutzt werden.
Das war 2006 geschehen. Da seien die Mittel für den Kauf von
Sportgeräten, insbesondere für den Freizeitbereich, verwendet worden.
2007 jedoch wurde auch dieses Geld gespendet. "Wir haben damit eine
Schule in dem rumänischen Ort Thalheim unterstützt, wo es finanziell
nicht gerade rosig aussieht. "Die Spende war der erste Schritt für eine
Schulpartnerschaft, die derzeit aufgebaut wird", erklärt Mirtschin. Sie
hofft, dass sich auch in diesem Jahr wieder viele Schüler an der Aktion
beteiligen, so dass die angepeilte Summe von 2000 Euro erneut erreicht
wird. Aber allein mit dem guten Wille der Schüler ist es nicht getan, es
werden auch die Arbeitsplätze gebraucht. "Es wäre eine große Hilfe, wenn
interessierte Unternehmen auf uns zu kommen und ihre Mitwirkung
bekunden", appelliert Mirtschin deshalb an die Partner in der
Wirtschaft.
Hilfsprojekte, in die die Spenden fließen sollen, sind 2008 unter
anderem der Bau eines Rehabilitationszentrums für behinderte Kleinkinder
in Russland, der Bau einer Oberschule im afrikanischen Togo und die
Sanierung einer Grundschule in Weißrussland. |