J.- G.- Fichte- Schule Mittweida
Mittelschule mit Ganztagsbetreuung
Pressespiegel
2008
Der Unterricht am Montag muss pünktlich beginnen
 
28.06.2008 Freie Presse
 

 Schulen der Region geben keinen Europameisterschafts-Bonus

Von Mirko Weigelt
Mittweida. Das Finale der Fußball-Europameisterschaft in Wien wird bei den Fans morgen für eine lange Nacht sorgen. Sollte Deutschland den Titel holen, werden die Feiern bis in die frühen Morgenstunden dauern. Während die meisten Betriebe der Region am Montag auf
einen pünktlichen Arbeitsbeginn pochen, hat das sächsische Kultusministerium am Donnerstag auf Anfrage der "Freien Presse" bestätigt, dass Schulleiter in Ausnahmefällen den Unterrichtsbeginn am Montag um zwei Stunden nach hinten verschieben können. Der ausgefallene Unterricht müsse aber nachgeholt werden.
 Matthias Möbius, Schulleiter der Mittweidaer Fichteschule, zeigte sich verwundert. "Ich kann nur reagieren, wenn es ein gültiges Dokument vom Kultusministerium gibt. Und das liegt nicht vor. So beginnt bei uns der Unterricht wie an jedem Montag", meinte er. Ähnlich äußerte sich Frank Tippmann, Schulleiter der Maxim-Gorki-Mittelschule in Hainichen. "Über einen späteren Unterrichtsstart kann man erst diskutieren, wenn eine Anweisung aus Dresden vorliegt", meinte er.
Karin Irmscher von der Erich-Kästner-Grundschule Penig meinte im Gespräch mit "Freie Presse": "Dass dies möglich sein soll, höre ich zum ersten Mal. Wir tragen dem Finaltag damit Rechnung, dass am Montag in keiner Klasse eine Arbeit geschrieben wird. Aber starten werden wir pünktlich." Auch Martina Eisermann, Schulleiterin der Adolf- Diesterweg-Grundschule in Geringswalde wird den Unterrichtsbeginn nicht nach hinten verlegen. "Jeder Schüler muss selbst wissen, wann er ins Bett gehen muss, um morgens ausgeruht für den Unterricht zu sein", erklärte sie.
 Die Schüler hingegen sehen das alles nicht so tragisch. Bernd Kluger aus Mittweida: "Ich verstehe die Diskussion nicht. Die Mehrzahl der Spiele hat doch 20.45 Uhr begonnen und ich habe sie alle gesehen, ohne in der Schule nachzulassen", sagte er. Auch Bernd Leutert aus Lunzenau sieht in einer Stundenverlegung keinen Sinn. "Ich wäre nur dafür, wenn man die nicht nachholen müsste." Und Claudia Rehfeld aus Frankenberg meint: "Ich gehe ohnehin erst 22.30 Uhr schlafen. Und am Morgen bin ich immer fit. Die EM wird in dieser Sache zu sehr hochgekocht."

25.08.2008