J.- G.- Fichte- Schule Mittweida
Mittelschule mit Ganztagsbetreuung
Pressespiegel
2008
"... wie schnell man da reinrutschen kann"
 
13.09.2008 Freie Presse
 
Knapp 1400 Besucher in Ausstellung "Die braune Falle"
Von Babette Philipp
 
Mittweida. Mit knapp 1400 Besuchern ist die gestern zu Ende gegangene Ausstellung "Die braune Falle" in der Mittweidaer Bürkel-Halle neben der Fichteschule außerordentlich gut angenommen worden. "Es gab kaum freie Zeiten. Im Gegenteil: Oft waren zwei Gruppen zugleich in der Ausstellung", sagte gestern Matthias Möbius, Leiter der Fichteschule. Aus dieser Einrichtung hatten ab der 7. Klasse alle Schüler die Ausstellung besucht, die Möbius als sehr anspruchsvoll bezeichnete, unter anderem "weil man auch mal Originale sehen konnte und immer zwei Personen vom Bundesamt für Verfassungsschutz vor Ort waren, um Fragen zu beantworten".
Doch nicht nur Schüler der Mittweidaer Bildungseinrichtungen schauten sich die Präsentation an, die anhand des fiktiven Lebenslaufs eines Jugendlichen zeigt, wie junge Leute in rechtsextremistische Gruppierungen hineingeraten, welche Erscheinungsformen extremer Gewalt es gibt und wie manche es doch schafften, aus diesem Sumpf herauszufinden. So reisten unter anderem Gruppen aus Chemnitz und Burgstädt sowie dem Rochlitzer und Flöhaer Raum an. Den weitesten Weg hatten 20 Schüler und vier Lehrer aus der bei Leipzig gelegenen Mittelschule Trebsen. Sie gehört wie die Fichteschule zum Netzwerk der Schulen mit Ganztagsangeboten in Sachsen und war so auf die Ausstellung aufmerksam gemacht worden.
"Erst gestern habe ich mit zwei Schülern gesprochen. Beide fanden die Ausstellung sehr beeindruckend", sagte Ilona Mai, stellvertretende Leiterin den Rochlitzer Gymnasiums. Drei 9. und eine 10. Klasse seien in Mittweida gewesen. Das in der Ausstellung Gesehene und die gewonnenen Erkenntnisse und Eindrücke würden in den Unterricht einbezogen. Nicht so einfach war der Stoff für die Schüler der Pestalozzi-Lernförderschule Rochlitz. "Wir haben den Kindern vorher Aufgaben gegeben, durch die sie gezielt durch die Ausstellung geführt wurden. Dadurch und durch die Mitarbeiter des Verfassungsschutzes wurde der Besuch für die Schüler interessant und informativ. Sie waren dann richtig bei der Sache und haben sogar Fragen gestellt", erklärte Schulsozialarbeiterin Gabi Holzasche.
Auch den Schülern der Heiner-Müller-Mittelschule Eppendorf wurden vor der Fahrt nach Mittweida Aufgaben gestellt. Die Ausstellung zeige anschaulich, "wie gefährlich diese Strömungen sind und wie schnell man da reinrutschen kann". Der Ausstellungsbesuch ist dabei nach Angaben von Simone Schröter, Gemeinschaftskundelehrerin an der Eppendorfer Schule, für die Neuntklässler die Vorbereitung auf den Unterricht gewesen, in dem das Thema demnächst behandelt werde. Interessant habe sie auch die gezeigten Zeichen und Buchstabenverbindungen gefunden, die auf die rechtsextreme Szene hindeuten. Weil das vielen Erwachsenen ein relativ unbekanntes Feld sei, wolle sie beim nächsten Elternabend neben dem Ausstellungsinhalt auch darüber informieren, betonte sie.

11.10.2008