J.- G.- Fichte- Schule Mittweida
Mittelschule mit Ganztagsbetreuung
Pressespiegel
2008
"Schreiben, sich selbst bewegen"
 
13.09.2008 Freie Presse
Autor Matthias Biskupek in der Klasse 10 c der  Fichte-Mittelschule in Mittweida. Falk Bernhardt
 
Matthias Biskupek als "Deutschlehrer" an Fichte-Schule
Von Falk Bernhardt
 
Mittweida. "Sie war ein wirklich schönes Mädchen, aber...", lautete eine der Zeilen, die Autor Matthias Biskupek in dieser Woche den Schülern der Klasse 10 c der Mittweidaer Johann-Gottlieb- Fichte-Mittelschule als Anfang für einen eigenen Text vorgab. "Farbkreis" heißt das Projekt des in Mittweida beheimateten Vereins "Bewegende Bilder", der den in Mittweida aufgewachsen Biskupek als eine Art Deutschlehrer für diese Art einer Schreibwerkstatt gewinnen konnte. Anliegen ist es, Gedanken und Gefühle gegenüber fremden Kulturen zum Ausdruck zu bringen.
Zwei Doppelstunden hielt der vor allem als Satiriker bekannte Biskupek in der Klasse 10 c. Mit Haikus, den japanischen Kurzgedichten, weckte er zunächst das Interesse der Schüler. Von ihm vorgegebene Textanfänge und -ausgänge waren weitere Bestandteile der Deutschstunden, aufgelockert mit kurzen Texten aus seiner Feder. "Es hat insgesamt gut funktioniert, ich habe hier acht Geschichten, die ordentlich geschrieben sind", zeigte er sich gestern zur Auswertung zufrieden. "Die Schüler waren schon willig mitzuarbeiten. Es ist gut wenn sie erkennen, das sie mit Texten was bewegen können in der Welt. Schreiben, sich selbst bewegen." Für die Mitwirkenden gab es mit "Das Fremdgehverkehrsamt" auch ein Buch des Autors als Geschenk. Zufrieden war auch die Lehrerin Simone Starke: "Ein gute Bereicherung, der Toleranzgedanke wurde gestärkt, die Schüler konnten ihr Blickfeld erweitern."
Biskupek, 1950 in Chemnitz geboren, wuchs in Mittweida auf. Von 1957 bis 1965 besuchte er selbst die Fichte-Schule, wechselte danach auf die EOS "Erich Weinert". In der " Fichte" fand er sich noch gut zurecht, entdeckte auch sein früheres Klassenzimmer. Neu war für ihn der Gedenkstein für Sophie Scholl auf dem Schulhof, etwas enttäuschend aber dann die Unkenntnis der Zehntklässler zum Namen und dem Wirken der Widerstandskämpferin.
Vor Schülern steht Biskupek eher selten, Schreibwerkstätten bietet er selbst sonst nur Leuten mit einiger Erfahrung an. Auch Lesungen hält er lieber abends, er hätte auch gern in Mittweida eine Veranstaltung gemacht. "Aber die Anfrage im August für den Termin am 12. September war der Stadt und der Bibliothek zu kurzfristig", zeigte er sich enttäuscht. Das Gastspiel vor fünf Jahren im Kulturzentrum "Müllerhof" bleibt somit sein einziger öffentlicher Auftritt in Mittweida.
Robert Schmidt, der Projektleiter für den "Farbkreis" will die Aktion fortsetzten: "Die Aktion läuft schon seit einem Jahr, wir sehen , dass die Schüler sich entwickeln, sich zum Beispiel differenzierter ausdrücken können. Sie begreifen, das Schreiben ihnen etwas bringt." Für weiterführende Aktivitäten bietet der Verein Schreibwerkstätten für jedes Alter an.www.bewegende-bilder.net

11.10.2008