Mittweida.
Während sich einige Schüler nach dem Unterricht in der Basketball-AG
abhetzen und mächtig Kondition bolzen, schwitzen andere bei kniffligen
Matheaufgaben. In einem anderen Raum wird der berühmte
Shakespeare-Monolog "Sein oder nicht sein" geschmettert, im
Chemiekabinett ein neues Experiment vorbereitet.
In den Schulen der Region kommt auch nach dem Unterricht keine
Langeweile auf. Im Rahmen der Ganztagsbetreuung, die sich mittlerweile
in den hiesigen Bildungseinrichtungen etabliert hat, passiert nicht nur
viel auf dem Gebiet der Freizeitgestaltung. Die individuelle Förderung
und Forderung der Schüler steht im Mittelpunkt. Was den kommerziellen
Nachhilfeunternehmen das Leben schwer macht, schont Nerven und
Geldbeutel der Eltern: Kostenloser Förderunterricht in vielen Fächern
direkt nach dem Unterricht soll nicht nur denen helfen, die gerade einen
Hänger haben. Auch die spezielle Förderung von begabten Kindern und
Jugendlichen ist ein Aspekt der Ganztagsidee.
Das Spektrum der Angebote reicht von verschiedenen Projekten über die
Hausaufgabenbetreuung bis hin zu Arbeitsgemeinschaften, die auch von
Honorarkräften geleitet werden: Künstler zeigen den Schülern, wie man
Grafiken druckt, Journalisten unterstützen die Arbeit der Schülerzeitung
und erfahrene Trainer leiten verschiedene Sport-AGs. Kooperationen mit
Vereinen, Institutionen und anderen Schulen entwickeln sich zusehends,
sodass Schüler im Rahmen des Schulbesuchs eine Vielfalt an Aktivitäten
ausprobieren und erleben können. Schulclubs bilden in einigen Schulen
einen zentralen Anlaufpunkt, Projekte wie die Konfliktlösung in der
Streitschlichter-AG haben sich fast überall durchgesetzt. Die Arbeit in
Projektgruppen fördert so auch das Miteinander. (KAT) |