Doch scheint es noch mehr Gemeinsamkeiten zwischen dem
venezianischen Komponisten und dem Jazz zu geben. "Es ist die barocke
Improvisationslust, die sich mit der des Jazz und dessen Spielfreude
optimal vermischt", erklärte Dirigent Jan Michael Horstmann.
Gleichzeitig bilden sie aber auch einen kompletten Gegensatz, die vitale
Vivaldi-Musik und das Poetische von Cristin Claas. Und tatsächlich: Man
hatte das Gefühl, als explodiere ein wahres musikalisches Feuerwerk, mal
unterbrochen und mal verstärkt von Cristin Claas' Gesang. "Wir haben
unendlich viel Zeit", sang sie. Und was den Abend anging, schien es auch
zu stimmen. Nach einem fast dreistündigen Konzert ließen sich die
Mitwirkenden nicht lange um Zugaben bitten. Was die Kooperation mit der
Mittelsächsischen Philharmonie betrifft, so war das Konzert am Freitag
der letzte von drei gemeinsamen Auftritten. Vorerst, wie Cristin Claas
Publikum betonte. "Wir sind sehr traurig, dass es schon das letzte
Konzert ist", sagte die Sängerin. Doch es seien weitere derartige
Kooperationen geplant: Mit Hamburg, Dessau und Leipzig nannte sie einige
der Stationen für das Jahr 2009. "Und sicher auch gern wieder in
Freiberg, Döbeln und Mittweida", fügte der Texter und Komponist Jörg
Naumann hinzu. Dem Publikum wäre das mit Sicherheit eine Freude, stand
es doch am Ende des Konzertes sogar, um den Musikern zu applaudieren.
"Es war ganz toll. Die Stimme der Sängerin ist einfach genial. Sie geht
mitten ins Herz. Und Vivaldi wirkte so richtig frisch", erzählte Karin
Schubert aus Mittweida begeistert. Auch Holger Pfahlbusch aus Mittweida
zeigte sich angetan: "Es ist sehr gut. Meine Frau und mich hat vor allem
die Kombination aus Vivaldi und Jazz interessiert." Dennoch fühlten sich
auch einige der Gäste etwas fehl am Platz. "Es ist für uns nicht so das
Richtige. Es ist einfach zu laut. Wir wollten es aber dennoch gern
erleben", erzählte eine Rentnerin aus Mittweida. Sie bereue den Abend
zwar nicht, gehe aber lieber in die Oper. (STPA) |