J.- G.- Fichte- Schule Mittweida
Mittelschule mit Ganztagsbetreuung
Pressespiegel
2008
"Viele zeigen täglich Zivilcourage"
 
30.08.2008 Freie Presse
Zehntklässler der Fichte-Mittelschule Mittweida besuchten gestern die Ausstellung "Die Braune Falle" in der Bürkel-Halle. Falk Bernhardt
 
Bereits 15 Schulklassen haben sich zum Besuch der Ausstellung "Die Braune Falle" für nächste Woche angemeldet
Von Uwe Lemke
Mittweida. Bereits 15 Schulklassen haben sich für nächste Woche zum Besuch der neuen Ausstellung des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfA) "Die Braune Falle" in der Bürkel-Halle, gleich neben der Mittweidaer Fichte-Mittelschule, angemeldet. Noch bis zum 12. September schildert sie am fiktiven Beispiel des Lebenslaufs eines Jugendlichen, wie junge Leute in rechtsextremistische Gruppierungen hineingeraten sind, welche Erscheinungsformen extremer Gewalt es gibt und wie manche es doch geschafft haben, wieder aus diesem Sumpf herauszufinden.
Zwar lief der gestrige erste Ausstellungstag noch relativ verhalten ab, doch das Anmeldebuch ist mittlerweile gut gefüllt. "Wir hoffen, dass diese Schau viele Besucher zum Nachdenken oder Umdenken bewegt", freut sich Schulleiter Matthias Möbius, dass diese Ausstellung in seiner Schule stattfindet.
"Viele sagen: Wir hätten nicht gedacht, wie simpel die Methoden sind, um Jugendliche einzufangen", weiß Jörg Höllmüller, amtierender Abteilungsleiter Schulen des Landratsamtes Mittelsachsen, aus eigener Erfahrung. Mit Blick auf diese Ausstellung ist ihm aber auch bekannt, dass viele Menschen im Land täglich ein hohes Maß an Zivilcourage zeigen, wenn es um den Kampf gegen Rechts geht.
Mittweidas Bürgermeister Matthias Damm (CDU) gibt sich realistisch: "Im Moment ist scheinbar Ruhe in unserer Stadt eingezogen. Aber wir haben das Problem noch nicht beseitigt. Hakenkreuzschmierereien und rechtsextremistische Parolen gibt es immer wieder mal." Damm fordert, den Rechtsextremismus aus der Mitte der Gesellschaft heraus zu bekämpfen und dies nicht Randgruppen zu überlassen. Die Polizei habe nach dem Verbot des "Sturm 34" im April 2007 laut Damm "eine hervorragende Arbeit geleistet". Und auch die Stadt selbst habe mit ihrem Aktionsprogramm "Weltoffenes Mittweida" seit 2007 bereits wichtige Zeichen gesetzt.
Guido Selzner vom Bundesamt für Verfassungsschutz weiß, dass oftmals die Musik das Tor ist, durch das junge Leute an diese Ideologie herangeführt werden. Auch werde in erheblichem Maße das Internet für den Austausch rechtsextremistischer Ideologie genutzt. "Über 150 Bands und Interpreten, zahlreiche Vertriebe und Läden bilden die Infrastruktur der Szene." Diese Ausstellung, so Selzner, biete vielfältige Informationen dazu - auch zum Ausstieg aus dieser Szene. Stimmen
 
 
 
 



 


 

 

01.10.2008