Mittweida. Nicht nur das Scheunenfest des Museums "Alte
Pfarrhäuser" in Mittweida war am Wochenende gut besucht. Zur Eröffnung
der neuen Sonderausstellung "Germania kommt nach Mittweida" musste
Museumsleiter Heiko Weber noch zusätzliche Sitzgelegenheiten bis unter
das Dach schleppen, denn viele Interessierte wagten sich die Stufen
hinauf.
Im Mittelpunkt stand zur Eröffnung die von Johannes Schilling entworfene
Germania als Bestandteil des Niederwalddenkmals in Rüdesheim, und was
Schüler daraus gemacht haben. Viele Arbeiten, darunter Collagen,
Malereien und Grafiken, können die Besucher des Museums seit diesem
Wochenende bestaunen. An einem Wettbewerb zu dem Thema hatten sich
Grundschüler aus Rüdesheim sowie Gymnasiasten und Mittelschüler aus
Mittweida beteiligt. Die besten Werke wurden für die Ausstellung
ausgewählt und prämiert. "Wir sehen eine große Vielfalt. Manches lädt
zum Diskutieren ein. Das Wichtigste war jedoch, die Kinder in Kenntnis
zu setzen und ihnen ein bisschen Geschichte zu vermitteln", betonte
Mittweidas Oberbürgermeister Matthias Damm.
Zuvor hatte Heiko Weber die geschichtlichen und technischen Eckdaten
zusammengefasst. Das Niederwalddenkmal sei als Symbol der Einigung
Deutschlands zur Gründung des Deutschen Kaiserreichs 1871 auch 20 Jahre
nach der Wende noch von großer Bedeutung. Es führt die Menschen nämlich
auch zusammen. So gibt es Bestrebungen von Rüdesheim und Mittweida,
künftig weiter in Sachen Schilling und Germania zusammenzuarbeiten. Ein
Anfang ist ja bereits gemacht, denn seit knapp 14 Tagen wirbt eine
hölzerne Germania eines Rüdesheimer Künstlers vor dem Museum.
"Ich freue mich auf den Tag der Sachsen, wenn die Germania und Johannes
Schilling im Festumzug dabei sind", sagte der Rüdesheimer Bürgermeister
Volker Mosler zur Ausstellungseröffnung und hatte für Heiko Weber noch
ein Geschenk dabei. Zur symbolischen Fortsetzung der Zusammenarbeit
überreichte Mosler einen Schriftwechsel zwischen Schillings Sohn Rudolf
und Rüdesheim am Rhein. Im Vorfeld des Wettbewerbs hatten Mittweidaer
Schüler das Schilling-Haus besucht und danach ihre Eindrücke
künstlerisch verarbeitet. Die Ausstellung ist noch bis zum 6. September
zu sehen. Stimmen
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