|
|||||
|
Mittweida rückt noch einmal bundesweit ins öffentliche Interesse - Staatsanwaltschaft geht gegen Entscheidung des Landgerichts vor |
||||
|
||||
|
Von Uwe Lemke |
||||
|
Mittweida. Seit dem Verbot der rechtsextremen
Neonazi-Kameradschaft Sturm 34 im April 2007 ist es in Mittweida
merklich ruhiger geworden. Dennoch wird die Stadt morgen bundesweit
noch einmal ins öffentliche Interesse rücken. Grund: Der
Bundesgerichtshof (BGH) soll über eine Revision der
Staatsanwaltschaft Dresden entscheiden. Diese hatte Rechtsmittel
gegen den Freispruch von zwei der damals fünf Angeklagten eingelegt
und kritisiert, dass im August 2008 keine Verurteilung wegen Bildung
einer kriminellen Vereinigung erfolgte. |
||||
|
Prävention hat hohen Stellenwert |
||||
|
"Das Verbot war ein wichtiger Schritt, um der Polizei die nötigen
Rechtsmittel in die Hand zu geben. Aber dann kam es darauf an, eine
Vielzahl von präventiven Maßnahmen ins Leben zu rufen", schildert
Rathaus-Pressesprecher Markus Renner das Engagement der Stadt. So wurde beispielsweise die Aktion "Weltoffenes Mittweida" initiiert. Monatlich trifft sich der Präventivrat, in dem Mitglieder von Vereinen, Parteien, Verwaltungen und Sicherheitsbehörden die Lage analysieren und Aktionen planen. An den Schulen, so beispielsweise am Städtischen Gymnasium und in der Fichte-Mittelschule, werde eine gute Arbeit geleistet. Und auch der "Zug der Erinnerung" sowie Internetveröffentlichungen hätten mit dazu beigetragen, dass diesem für die Stadt Mittweida so wichtigen Thema auch von außerhalb hohe Aufmerksamkeit geschenkt wird. Auch Sachsens Innenminister Albrecht Buttolo (CDU) schätzte die Lage in Mittweida jüngst als ruhig ein. "Es gibt keinerlei beunruhigende Anzeichen. Das Verbot hat Wirkung gezeigt - aber auch, dass einige der führenden Köpfe weggesperrt wurden. Wir sind aber weiterhin wachsam und werden zu verhindern wissen, dass sich Aktivitäten derartiger Gruppierungen eventuell in einen anderen Ort verlagern. Das darf und wird nicht passieren", hatte Buttolo im Vorfeld des Tages der Sachsen erklärt. Und es blieb tatsächlich ruhig. |
||||
|
|
09.12.2009