J.- G.- Fichte- Schule Mittweida
Mittelschule mit Ganztagsbetreuung
Pressespiegel
2009
Start in Beruf: Guter Schulabschluss gefragt
 
07.05.2009 Freie Presse
   
Für Haupt- und Realschüler haben die Prüfungen begonnen - 40 Prozent der Abgänger haben Lehrvertrag - Anforderungen an Bewerber hoch
Von Katrin Reimann
Mittweida. Sachsens Haupt- und Realschüler schwitzten gestern in den ersten schriftlichen Prüfungen. Wochenlang haben sich die Neunt- und Zehntklässler intensiv vorbereitet, um die Schulzeit mit einem ordentlichen Ergebnis abzuschließen. Aber was kommt nach der Schule?
"Gut die Hälfte der Abgänger weiß jetzt schon, wie es für sie nach dem Sommer weitergeht", hat Michaela Barthel, Pressesprecherin der Arbeitsagentur Chemnitz, den Statistiken entnommen. Knapp 40 Prozent der Prüflinge haben demnach einen Ausbildungsvertrag in der Tasche, andere haben sich für eine weitere schulische Ausbildung entschieden. Doch auch denjenigen, die bisher vergebens Bewerbungen geschrieben haben, macht die Expertin Mut.
"Im Regierungsbezirk Chemnitz gibt es derzeit 1242 unbesetzte Ausbildungsplätze. Wer da ein bisschen flexibel ist, hat gute Chancen, doch im Herbst mit einer Ausbildung beginnen zu können", informierte Michaela Barthel. Den Jugendlichen, die noch auf der Suche sind, rät Barthel aber dringend, sich schnell in die Spur zu machen, um vielleicht sogar einen Platz in der bevorzugten Branche zu ergattern. Freie Stellen im Altkreis Mittweida gibt es beispielsweise für angehende Bäcker, Fachverkäufer, Zerspanungsmechaniker, Beton- und Stahlbetonbauer sowie in verschiedenen kaufmännischen Berufen. Und auch in der Textilbranche ist man auf der Suche. "Es ist schwierig, Lehrlinge zu finden. Wir machen viel Werbung, laden Schüler zum Praktikum ein und machen Führungen mit Klassen. Trotzdem ist die Resonanz auf unsere ausgeschriebenen Ausbildungsplätze bisher gering", ist Heiko Kern von Color Textil in Frankenberg ein wenig ratlos. Der Realschulabschluss mit der Note 3 in Mathematik und Chemie ist die Mindestvoraussetzung für die Bewerber, scheinbar für viele eine größere Hürde, vermutet Kern, der im Herbst eigentlich alle Ausbildungsstellen im Bereich Produktveredler Textil besetzen möchte.
"Die Unternehmen sind trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage willig, Jugendliche auszubilden. Die Anforderungen sind dennoch hoch", verweist Michaela Barthel darauf, dass die schulischen Leistungen stimmen müssen. Bei Informationsveranstaltungen versucht das auch Arno Bast vom Technologiepark Mittweida den Jugendlichen zu vermitteln. Im Rahmen des Projekts "Brücke" hatten die Schüler der Region sogar die Möglichkeit, direkt mit Vertretern von regionalen Unternehmen ins Gespräch zu kommen und dabei die Anforderungen aus erster Hand zu erfahren.
"Rein rechnerisch haben die Jugendlichen jetzt die besten Möglichkeiten, eine Lehrstelle zu bekommen, denn es gibt mehr Ausbildungsstellen als Schulabgänger im Altkreis Mittweida", hat Bast recherchiert. Trotzdem, so warnt er, müssten die Jugendlichen auf die Schulnoten achten.
Sich frühzeitig in Firmen vorzustellen und Praktika zu absolvieren, sei zudem eine gute Möglichkeit, die eigenen Fähigkeiten beim potenziellen Arbeitgeber unter Beweis zu stellen. Und auch auf Nischen sollten Bewerber eingehen. So werden nach Angaben von Michaela Barthel in der Region Auszubildende im Beruf des Papiertechnologen gesucht.
 

14.09.2009