|
|||||
| Pressespiegel |
| 2009 | ||||
| Schul-Tüv: Pädagogen auf dem Prüfstand | ||||
|
||||
| 271 Schulen in Sachsen werden in diesem Schuljahr auf Herz und Nieren geprüft - Auch Bildungseinrichtungen der Region sind mit dabei | ||||
| Als Konsequenz der Pisa-Studie hat das Kultusministerium vor zwei Jahren einen so genannten Schul-Tüv per Gesetz verordnet. In diesem Schuljahr sollen 271 sächsische Schulen unter die Lupe genommen werden, darunter auch Einrichtungen in Mittelsachsen. | ||||
| Von Melanie Bröcker | ||||
| Mittweida. Seit drei Wochen drücken Sachsens Schüler
nun schon wieder die Schulbank. Doch in diesem Jahr kämpfen nicht nur
sie für möglichst gute Noten, denn auch ihre Lehrer stehen auf dem
Prüfstand. Im Rahmen der externen Schulevaluation werden dieses Jahr 271
Schulen im Freistaat bewertet. Dabei beurteilen 17 Expertenteams, die
dem Sächsischen Bildungsinstitut (SBI) unterstellt sind, unter anderem
die Qualität des Unterrichts, Prüfungsergebnisse sowie die Zufriedenheit
von Schülern, Eltern und Lehrern. Um dies zu ermöglichen, werden die Evaluatoren bis zu 25 Unterrichtsstunden beiwohnen. Außerdem sind ein Rundgang durch die Schule, ein Interview mit dem Schulleiter sowie Gespräche mit einigen Schülern, Eltern und Lehrern fester Bestandteil des Evaluationsprozesses. Ergänzend zu den Einzelgesprächen wurde ein Fragebogen erstellt, der von allen Beteiligten auszufüllen ist. Nach der dreitägigen Hospitation erhält jede Schule dann einen differenzierten Ergebnisbericht: "Der Schul-Tüv soll helfen Stärken auszubauen und erkannte Defizite zu überwinden", erklärte Kultusminister Roland Wöller. In diesem Schuljahr werden die eigens dafür ausgebildeten Lehrer 149 Grundschulen, 51 Mittelschulen, 21 Gymnasien, 31 Förderschulen und 19 berufsbildende Schulen besuchen. Eine Einrichtung, die es im zweiten Schulhalbjahr betreffen wird, ist die Frauensteiner Grundschule. Schulleiterin Birgit Rothe ist schon jetzt gespannt: "Es ist für uns mit zusätzlicher Arbeit und Aufregung verbunden, aber letztendlich soll es die Schule voranbringen." Was für sie noch in der Zukunft liegt, erlebt Ina Tippner, Schulleiterin der Grundschule Brand-Erbisdorf gerade hautnah. Umstellungen für die Zeit der Schulvisite wird es ihrer Meinung nach jedoch nicht geben: "Wir arbeiten für unsere Kinder und nicht für die Evaluatoren." Sie habe im Vorfeld das Gespräch mit Kollegen gesucht, die bereits Erfahrungen mit dem Schul-Tüv gesammelt haben. "Ich habe gehört, dass er in einer netten und gelassenen Atmosphäre stattfindet", so die Schulleiterin beruhigt. Das kann auch Matthias Möbius, Leiter an der Johann-Gottlieb-Fichte-Mittelschule Mittweida bestätigen. Er hatte die Schule bereits 2006 freiwillig für die externe Evaluation angemeldet, als sich dieses Projekt noch in der Erprobungsphase befand. "Wir haben damals den Modellversuch gestartet und es war durchaus positiv. Einer unserer Kollegen ist nun seit zwei Jahren selbst für das SBI tätig", freut sich Möbius. Er hat das Ergebnis als zufrieden stellend empfunden und zeigte sich glücklich, dass vor allem die Schulkultur und die Unterrichtsqualität so gut eingeschätzt wurden. Kritisch sei jedoch die hohe Zahl der Schüler bewertet worden, die ein Schuljahr wiederholen mussten. Möbius hat dafür eine einfache Erklärung: "Es wurde in der Betrachtung nicht alles beachtet. Wir setzen uns hier sehr für die Integration von ausländischen Schülern ein, diese müssen aber von vornherein schon ein Jahr wiederholen", rechtfertigte sich Möbius. In der Konsequenz der Bewertung habe es dann lediglich kleine Änderungen gegeben. "Ich bin sehr froh, dass wir daran teilgenommen haben." |
||||
|
|
21.09.2009