J.- G.- Fichte- Schule Mittweida
Mittelschule mit Ganztagsbetreuung
Pressespiegel
2009
"Pisa Platz 1 - beim Lohn das Letzte"
 
05.02.2009 Freie Presse
Mit Trillerpfeifen "bewaffnet", fuhren die in Mittweida streikenden Lehrer gestern Mittag mit zwei Bussen zur Kundgebung nach Dresden. Falk Bernhardt
 
Lehrer aus Schulen der Region beteiligen sich an bundesweiten Streikaktionen - Mit Sonderbussen nach Dresden
Von Uwe Lemke
Frankenberg/Mittweida. Auch zahlreiche Lehrer aus Schulen des Altkreises Mittweida waren gestern dem Aufruf der Gewerkschaften gefolgt und legten die Arbeit nieder, so zum Beispiel am Frankenberger Martin-Luther-Gymnasium und an der Mittweidaer  Fichte-Mittel schule. In Briefen an die Eltern hatten sie die Streikaktion angekündigt, für zahlreiche Schüler fiel der Unterricht deshalb aus. Mit Sonderbussen fuhren die Pädagogen am Mittag zur zentralen Kundgebung nach Dresden. Dabei ging es ihnen nicht nur um die geforderte Lohnerhöhung von acht Prozent.
 

Unmut am Frankenberger Luther-Gymnasium

"Dass wir einen guten Job machen, hat doch der jüngste Pisa-Test bewiesen: Dort sind wir Platz 1, aber bei der Bezahlung das Letzte", schimpfte gestern Brigitte Fischer, Lehrerin am Frankenberger Martin-Luther-Gymnasium. "Ja, wir wollen auch mehr Lohn, aber zuallererst die Anerkennung unseres Berufsstandes, denn es scheint, als seien die Lehrer die Fußabtreter der Nation", machte sich auch Günter Heckendorf Luft. Gemeinsam mit rund 40 der insgesamt 60 Pädagogen der Schule schlossen sie sich gestern dem Streik an, um ein Signal an die Politik zu senden. Denn es sei nicht mehr länger zu verantworten, dass sich niemand um pädagogischen Nachwuchs kümmert und die jetzige Lehrergeneration immer älter wird. Nach einem gemeinsamen Frühstück ging es dann nach Dresden, um mit anderen Lehrern gegen diese Missstände zu protestieren. Nur etwa fünf Schüler seien gestern in der Schule gewesen, sie wurden trotz des Streiks vor Ort betreut.
 
Kundgebung an der Fichte-Mittelschule Mittweida
20 Pädagogen - etwa die Hälfte aller Lehrer der Mittweidaer Fichte-Mittel schule - nahmen bereits am Morgen an einer von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), der Gewerkschaft Verdi und dem Sächsischen Lehrerverband unterstützten Protestaktion vor der Bürkel-Halle teil. Insgesamt hatten sich rund 100 Lehrer versammelt, darunter auch aus dem Städtischen Gymnasium, der Mittel schule Milkau, dem Berufsschulzentrum und anderen Bildungseinrichtungen, um ihre Forderungen laut zu machen. "Bei uns ist gerade mal eine Lehrerin unter 40, alle anderen sind älter", machte Gewerkschaftsvertrauensfrau Heidrun Dietze auf den fehlenden Nachwuchs aufmerksam. Auch Gerd Lederer, der Vorsitzende des GEW-Kreisverbandes Chemnitz-Land, sowie Vertreter vom DGB-Ortsverband Erlau waren gekommen, um die Lehrer zu unterstützen. "Kollegen, die sich nicht am Streik beteiligten, kümmerten sich um die wenigen Schüler, die in der Schule waren. Da gab es keine Probleme", versicherte Dietze. Ein Sonderbus, der 10.30 Uhr ab Busbahnhof fuhr, brachte auch sie nach Dresden.

22.02.2009