J.- G.- Fichte- Schule Mittweida
Mittelschule mit Ganztagsbetreuung

Pressespiegel

2010

Arbeiten statt Pauken in der Schule

23.06.2010

Freie Presse

So macht Arbeiten Spaß: Julia Bunk (links) und Bianca Lässig haben gestern in der Mittweidaer Buchhandlung "Bücherwelten" für einen guten Zweck gejobbt. Andy Scharf

Mittweidaer Mittelschüler tauschen am sozialen Tag die Schulbank mit dem Arbeitsplatz - Geld für Förderschule in Rumänien

Von Andy Scharf


Mittweida/Rochlitz. Spaß im Job statt Pauken in der Schule: Ungefähr 150 Schüler der Johann-Gottlieb-Fichte-Mittelschule haben am gestrigen sozialen Tag für einen guten Zweck gearbeitet. Unter dem Motto "Genialsozial - Deine Arbeit gegen Armut" tauschten sie die Schulbank mit einem Arbeitsplatz in regionalen Unternehmen, bei Händlern, in Kindereinrichtungen und bei Privatpersonen.
Doch auch der Rest blieb nicht untätig. "Die anderen haben in der Schule Bücher gezählt, sortiert und im Schulhaus für Ordnung gesorgt", sagt Projektverantwortliche Viola Mirtschin. In diesem Jahr sammelten die Schüler mehr als 2600 Euro, vergangenes Jahr waren es etwa 2100 Euro.
Das Besondere: Das erarbeitete Geld ist für drei soziale Aufbauprojekte in Entwicklungsländern bestimmt. In diesem Jahr unterstützt die Sächsische Jugendstiftung den Bau einer Schule in Sierra Leone, die Errichtung eines Grundschulzentrums in Kenia sowie ein Naturschutzprojekt in Guyana. Ein Teil des gesammelten Lohnes können die Schulen jedoch individuell verwenden. "Wir spenden eine große Summe einer Förder- und Partnerschule in Rumänien. Mit dem können Bücher und andere Unterrichtsmittel gekauft werden", erklärt Viola Mirtschin. Außerdem soll eine kleine Rücklage gebildet werden, um Kindern aus sozial schwachen Familien Bücher zu kaufen und bei Ausflügen zu unterstützen.
Die beiden elfjährigen Schülerinnen Julia Bunk und Bianca Lässig arbeiteten in der Mittweidaer Buchhandlung "Bücherwelten". Neben der willkommenen Abwechslung kurz vor dem Schuljahresende trieb die jungen Damen vor allem der soziale Gedanke zur Arbeit an. "Wir sortieren und zählen Bücher und helfen bei kleineren Arbeiten im Geschäft. Es macht Spaß, für einen guten Zweck zu arbeiten", sagt Julia Bunk.
Ladenbesitzer Jan Lässig hat bereits im vergangenen Jahr einen Schüler beschäftigt. Seine Intention: "Bei dieser Aktion erhalten die Kinder ganz nebenbei einen Einblick in das Berufsleben. Ich finde
es klasse und unterstütze das Projekt gerne." Die Aktion "Genialsozial" hat sich in den vergangenen Jahren auch bei vielen Arbeitgebern etabliert. So gehen viele Schüler jedes Jahr in die gleichen Firmen. "Es ist bemerkenswert, dass die Unternehmen derart engagiert sind. Spendenquittungen erhalten sie beispielsweise nicht", sagt Viola Mirtschin.
Auch in Rochlitz arbeiteten etwa 400 Schüler des Johann-Mathesius-Gymnasiums in regionalen Firmen und bei Händlern. Sachsenweit waren es mehr als 22.000.
 

09.08.2010