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Mittweidaer Mittelschüler tauschen am sozialen Tag die Schulbank
mit dem Arbeitsplatz - Geld für Förderschule in Rumänien
Von Andy Scharf
Mittweida/Rochlitz. Spaß im Job statt Pauken in der Schule: Ungefähr
150 Schüler der Johann-Gottlieb-Fichte-Mittelschule haben am
gestrigen sozialen Tag für einen guten Zweck gearbeitet. Unter dem
Motto "Genialsozial - Deine Arbeit gegen Armut" tauschten sie die
Schulbank mit einem Arbeitsplatz in regionalen Unternehmen, bei
Händlern, in Kindereinrichtungen und bei Privatpersonen.
Doch auch der Rest blieb nicht untätig. "Die anderen haben in der
Schule Bücher gezählt, sortiert und im Schulhaus für Ordnung
gesorgt", sagt Projektverantwortliche Viola Mirtschin. In diesem
Jahr sammelten die Schüler mehr als 2600 Euro, vergangenes Jahr
waren es etwa 2100 Euro.
Das Besondere: Das erarbeitete Geld ist für drei soziale
Aufbauprojekte in Entwicklungsländern bestimmt. In diesem Jahr
unterstützt die Sächsische Jugendstiftung den Bau einer Schule in
Sierra Leone, die Errichtung eines Grundschulzentrums in Kenia sowie
ein Naturschutzprojekt in Guyana. Ein Teil des gesammelten Lohnes
können die Schulen jedoch individuell verwenden. "Wir spenden eine
große Summe einer Förder- und Partnerschule in Rumänien. Mit dem
können Bücher und andere Unterrichtsmittel gekauft werden", erklärt
Viola Mirtschin. Außerdem soll eine kleine Rücklage gebildet werden,
um Kindern aus sozial schwachen Familien Bücher zu kaufen und bei
Ausflügen zu unterstützen.
Die beiden elfjährigen Schülerinnen Julia Bunk und Bianca Lässig
arbeiteten in der Mittweidaer Buchhandlung "Bücherwelten". Neben der
willkommenen Abwechslung kurz vor dem Schuljahresende trieb die
jungen Damen vor allem der soziale Gedanke zur Arbeit an. "Wir
sortieren und zählen Bücher und helfen bei kleineren Arbeiten im
Geschäft. Es macht Spaß, für einen guten Zweck zu arbeiten", sagt
Julia Bunk.
Ladenbesitzer Jan Lässig hat bereits im vergangenen Jahr einen
Schüler beschäftigt. Seine Intention: "Bei dieser Aktion erhalten
die Kinder ganz nebenbei einen Einblick in das Berufsleben. Ich
finde
es klasse und unterstütze das Projekt gerne." Die Aktion
"Genialsozial" hat sich in den vergangenen Jahren auch bei vielen
Arbeitgebern etabliert. So gehen viele Schüler jedes Jahr in die
gleichen Firmen. "Es ist bemerkenswert, dass die Unternehmen derart
engagiert sind. Spendenquittungen erhalten sie beispielsweise
nicht", sagt Viola Mirtschin.
Auch in Rochlitz arbeiteten etwa 400 Schüler des
Johann-Mathesius-Gymnasiums in regionalen Firmen und bei Händlern.
Sachsenweit waren es mehr als 22.000.
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