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Sachsens Sparhaushalt und die Folgen in Mittelsachsen:
Kulturraum-Sekretär sieht Einrichtungen bedroht
Von Babette Philipp und Eveline Rößler
Mittweida. Die Sachsen müssen wieder ihren Gürtel enger schnallen.
Nach dem Entwurf des Doppeletats 2011/2012 sollen mehr als zwei
Milliarden Euro gespart werden, vor allem bei Investitionszulagen
für die Kommunen. Aber auch Schulen und Kultur sind betroffen: Für
Angebote in Ganztagsschulen sollen künftig 9,3 Millionen Euro pro
Jahr weniger ausgegeben werden, die freien Schulen bekommen 10
Millionen Euro und die Kulturräume 7 Millionen Euro weniger. Was
sagen die Betroffenen dazu? Die "Freie Presse" hörte sich gestern
um.
Matthias Möbius, Leiter der Fichte-Mittelschule in Mittweida:
"Lehrer, die sich in Ganztagsangeboten engagieren, bekommen dafür
künftig kein Honorar mehr. Sie sollen diese Zeit aus ihrem normalen
Stundenfonds schöpfen. Hier sind wir gerade dabei, eine Lösung zu
finden. Wenn wir gut planen und die Kräfte effektiv einsetzen,
dürfte es keine Einschnitte beim Ganztagsangebot geben."
Frank Hunger, Leiter der Mittelschule Oederan: "Externe Anbieter
bekommen weiter Honorar aus dem Ganztagsfonds. Die Lehrer müssen
ihre Angebote in das Unterrichtsstundenvolumen integrieren. Wenn das
aufgeht, bleibt alles, wie es ist."
Armin Frei, Leiter des Freien Gymnasiums Penig: "Ich bin
erschüttert. Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, gerade durch
geringere Klassenstärken individueller und anders auf die Schüler
eingehen zu können. Wenn es aufgrund der Klassenstärken jetzt
Kürzungen gibt, müssen wir entweder mit weniger Geld auskommen - zum
Beispiel bei dem im Vergleich zu staatlichen Schulen ohnehin
geringerem Gehalt sparen - oder die Philosophie unserer Schule
überdenken. Ich hoffe, dass es zu dieser Konsequenz nicht kommen
wird."
Daniela Zickmantel, 2. Vorsitzende des Trägervereins der Freien
Gemeinschaftlichen Schule Maria Montessori in Freiberg: "Wir
bekommen für jeden Schüler einen Zuschuss. Aus dem und den Beiträgen
der Eltern finanzieren wir den Schulbetrieb. Es wäre ein krasser
Einschnitt, wenn bei den Zuschüssen gekürzt würde."
Michael Hösel, Prorektor für Marketing und internationale
Beziehungen der Hochschule Mittweida: "Ich hoffe darauf, was auf dem
Bundesbildungsgipfel gesagt wurde: dass die Einschnitte bei der
Bildung nicht so markant werden. Um Personalabbau werden wir aber
nicht herumkommen. Aber dazu haben wir drei Jahre Zeit."
Wolfgang Kalus, Sekretär des Kulturraums Erzgebirge-Mittelsachsen:
"Ich sehe heimische Kulturstätten bedroht. Man muss sich mal
überlegen: Bis zu zehn Prozent weniger Geld, das sind 900.000 Euro
weniger als bisher, die der Freistaat dem Kulturraum zuführen will.
Da ist zu befürchten, dass auch Kommunen und Kreise weniger geben.
Was uns bisher gelungen ist, Kultur in der Substanz zu sichern, geht
verloren. Einrichtungen müssten dicht machen, Projekte sterben. Aber
ich werde kämpfen wie ein Stier. Wir brauchen gerade in Zeiten wie
diesen die Kultur, um Mut zu machen."
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