J.- G.- Fichte- Schule Mittweida
Mittelschule mit Ganztagsbetreuung

Pressespiegel

2010

Schulen wollen mehr Handlungsspielräume

31.03.2010

Freie Presse

 

 

Nach dem Sächsischen Schulleitertag in Burgstädt: Chefs der Bildungsstätten hätten Personalplanung und Investitionen gern in eigener Regie

Von Uwe Lemke


Burgstädt. Die Eigenverantwortung der Schulen war das zentrale Thema des Sächsischen Schulleitertages am Montag im Hotel "Alte Spinnerei" Burgstädt. Kultusminister Roland Wöller (CDU) schwor die Pädagogen dabei auf neue Herausforderungen ein. Doch die Schulleiter selbst haben Bedenken und Wünsche, wie eine gestrige Umfrage der "Freien Presse" ergab.
Rosengart Burkert, die Schulleiterin des Martin-Luther-Gymnasiums Frankenberg, wünscht sich für ihre Kolleginnen und Kollegen, wie sie gestern sagte, künftig mehr Freiräume im Sinne einer leistungsgerechten Bezahlung. "Diejenigen, die nicht nur den Unterricht gestalten, sondern sich auch engagieren, damit unsere Schüler auch außerunterrichtlich eine umfassende Bildung bekommen, sollten in Zukunft leistungsgerechter bezahlt werden", fordert sie. Die Schule suche jetzt auch schon nach Möglichkeiten, habe diesbezüglich aber nicht genügend freie Hand. In Burgstädt sei deutlich geworden, dass es wohl noch ein langer Weg ist zu mehr Eigenverantwortung der Schulen.
Wolfgang Knorr, Schulleiter der Mittelschule "An der Mulde" in Rochlitz, hätte gern mehr Freiheiten der Schulen bei Entscheidungen zur Budgetierung und zur Personalpolitik. "Da gibt es im Gegensatz zu den Altbundesländern in Sachsen doch gewisse Grenzen - Dinge, die unsere Eigenständigkeit einschränken", sagte er gestern. Es sei sinnvoll, wenn die Schule selbst über Investitionen und den Einsatz des Personals entscheiden könnte. "Gerade bei Investitionen wurden wir von der Stadt bisher sehr gut bedacht. Die Kommune unterstützt uns sehr", lobte der Schulleiter. Viel Geld sei in den zurückliegenden Jahren in die Sanierung der Schule geflossen. Erst kürzlich wurden das Physik- und das Informatikkabinett neu gestaltet. "Es muss aber ständig etwas getan werden", weiß er. Beispielsweise müssen etwa alle fünf Jahre die Klassenzimmer vorgerichtet werden, auch Turnhalle und das Lehrerzimmer sollen neue Fußböden bekommen.
Als besondere Ehre empfand der Leiter der Fichte-Mittelschule Mittweida, Matthias Möbius, dass seine Schule als einzige Mittelschule aus ganz Sachsen mit Info-Ständen vertreten sein durfte. "Unsere Schüler haben sich dort zum Thema Eigenverantwortung präsentiert, auch ging es um soziale Arbeit und Unterrichtsentwicklung", zeigte sich Möbius stolz über die gelungene Offerte, bei der vor allem auch die Arbeit der Schülersprecher und das Mitspracherecht der Schüler
herausgestellt werden konnten. Die Stände seien gut besucht gewesen. Was Möbius stört, sind die bislang fehlenden Strukturen bei der Personalplanung: "Die Lehrer werden durch das Amt eingestellt, die Sekretärinnen durch den Schulträger und der Hausmeister möglicherweise durch einen Wachschutz", kritisiert er. Salopp gesagt, werde eine Schule mitunter mit einem Klein- oder mittelständischen Unternehmen verglichen, "aber da sehe ich ein Problem", meint der Schulleiter.
Die Förderschule "Wilhelm Pfeffer" Zettlitz bewegt derzeit die Frage: "Wie können wir personell das nächste Schuljahr abdecken?", sagte Schulleiter Udo Reinhold. Die Kolleginnen würden älter, Nachwuchs sei nicht in Sicht. Die Veranstaltung an sich fand er gut, da man dort mit anderen Kollegen Erfahrungen austauschen konnte.
 

12.08.2010