|
Nach dem Sächsischen Schulleitertag in Burgstädt: Chefs der
Bildungsstätten hätten Personalplanung und Investitionen gern in
eigener Regie
Von Uwe Lemke
Burgstädt. Die Eigenverantwortung der Schulen war das zentrale Thema
des Sächsischen Schulleitertages am Montag im Hotel "Alte Spinnerei"
Burgstädt. Kultusminister Roland Wöller (CDU) schwor die Pädagogen
dabei auf neue Herausforderungen ein. Doch die Schulleiter selbst
haben Bedenken und Wünsche, wie eine gestrige Umfrage der "Freien
Presse" ergab.
Rosengart Burkert, die Schulleiterin des Martin-Luther-Gymnasiums
Frankenberg, wünscht sich für ihre Kolleginnen und Kollegen, wie sie
gestern sagte, künftig mehr Freiräume im Sinne einer
leistungsgerechten Bezahlung. "Diejenigen, die nicht nur den
Unterricht gestalten, sondern sich auch engagieren, damit unsere
Schüler auch außerunterrichtlich eine umfassende Bildung bekommen,
sollten in Zukunft leistungsgerechter bezahlt werden", fordert sie.
Die Schule suche jetzt auch schon nach Möglichkeiten, habe
diesbezüglich aber nicht genügend freie Hand. In Burgstädt sei
deutlich geworden, dass es wohl noch ein langer Weg ist zu mehr
Eigenverantwortung der Schulen.
Wolfgang Knorr, Schulleiter der Mittelschule "An der Mulde" in
Rochlitz, hätte gern mehr Freiheiten der Schulen bei Entscheidungen
zur Budgetierung und zur Personalpolitik. "Da gibt es im Gegensatz
zu den Altbundesländern in Sachsen doch gewisse Grenzen - Dinge, die
unsere Eigenständigkeit einschränken", sagte er gestern. Es sei
sinnvoll, wenn die Schule selbst über Investitionen und den Einsatz
des Personals entscheiden könnte. "Gerade bei Investitionen wurden
wir von der Stadt bisher sehr gut bedacht. Die Kommune unterstützt
uns sehr", lobte der Schulleiter. Viel Geld sei in den
zurückliegenden Jahren in die Sanierung der Schule geflossen. Erst
kürzlich wurden das Physik- und das Informatikkabinett neu
gestaltet. "Es muss aber ständig etwas getan werden", weiß er.
Beispielsweise müssen etwa alle fünf Jahre die Klassenzimmer
vorgerichtet werden, auch Turnhalle und das Lehrerzimmer sollen neue
Fußböden bekommen.
Als besondere Ehre empfand der Leiter der Fichte-Mittelschule
Mittweida, Matthias Möbius, dass seine Schule als einzige
Mittelschule aus ganz Sachsen mit Info-Ständen vertreten sein
durfte. "Unsere Schüler haben sich dort zum Thema Eigenverantwortung
präsentiert, auch ging es um soziale Arbeit und
Unterrichtsentwicklung", zeigte sich Möbius stolz über die gelungene
Offerte, bei der vor allem auch die Arbeit der Schülersprecher und
das Mitspracherecht der Schüler
herausgestellt werden konnten. Die Stände seien gut besucht gewesen.
Was Möbius stört, sind die bislang fehlenden Strukturen bei der
Personalplanung: "Die Lehrer werden durch das Amt eingestellt, die
Sekretärinnen durch den Schulträger und der Hausmeister
möglicherweise durch einen Wachschutz", kritisiert er. Salopp
gesagt, werde eine Schule mitunter mit einem Klein- oder
mittelständischen Unternehmen verglichen, "aber da sehe ich ein
Problem", meint der Schulleiter.
Die Förderschule "Wilhelm Pfeffer" Zettlitz bewegt derzeit die
Frage: "Wie können wir personell das nächste Schuljahr abdecken?",
sagte Schulleiter Udo Reinhold. Die Kolleginnen würden älter,
Nachwuchs sei nicht in Sicht. Die Veranstaltung an sich fand er gut,
da man dort mit anderen Kollegen Erfahrungen austauschen konnte.
|