|
Mittweida. 30 Kinder aus 15 Ländern, so aus Russland, Vietnam,
Moldawien und dem Irak, erlernen gegenwärtig in der
Fichte-Mittelschule Mittweida die deutsche Sprache als Zweitsprache.
Die Bildungseinrichtung an der Schulstraße ist eine von drei Schulen
Mittelsachsens, die ausländische oder Aussiedlerkinder in so
genannten Daz-Klassen (Deutsch als Zweitsprache) unterrichten.
In diesen Tagen stand für die Daz-Klasse in Mittweida ein besonderes
Projekt ins Haus: Erstmals ging sie gemeinsam drei Tage auf große
Klassenfahrt. Die Mädchen und Jungen übernachteten in der
Jugendherberge Falkenhain, wanderten in der Region, unternahmen
einen Besuch in der Landeshauptstadt Dresden. Nach Abschluss der
Tour waren sich alle einig: Das war klasse. So sagt die 14-jährige
Shata aus dem Irak, die mit Schwester Suha und Bruder Murad die
Mittweidaer Schule besucht: "Mir hat einfach alles gefallen." Und
der 14 Jahre alte Tuan aus Vietnam meint: "Ich fand es gut, dass die
Klasse einen ganzen Tag zusammen war."
Die 14 Jahre alte Marina, die aus einer kleinen Stadt in der Ukraine
kommt und in Frankenberg seit einem Jahren lebt, kommt ins
Schwärmen: "Dresden war so schön, da konnte man richtig shoppen
gehen. Aber ich bin auch gern gewandert." Und sie fügt an: "Hier zu
wohnen, zu leben, das ist wunderbar." Natürlich denke sie manchmal
an die Freunde in der Heimat. Aber eines macht die Schülerin, die zu
den Besten in ihrer Klasse gehört, klar: "Die Lehrer an der Fichte-
Schule geben sich so große Mühe, dass wir die deutsche Sprache gut
erlernen."
Genau das sei auch ein Anliegen, macht Lehrerin Ines Hofmann klar.
"Wir legen Wert darauf, dass die Schüler gut sprechen lernen, die
Grammatik beherrschen, sich so im Alltag, im Beruf zurecht finden
und sich gut in das Leben hier in Deutschland integrieren." Doch es
sei bei der Fahrt nicht nur um das Perfektionieren der Sprache
gegangen. Lehrerin Bettina Hunger: "Anliegen war es, die
Migrantenkinder noch stärker einzubeziehen, ihnen die Umgebung nahe
zu bringen. Sie sollten sich, fernab vom Schulstress, kennenlernen
und erleben, dass der andere zwar eine andere Sprache spricht, aber
die gleichen Probleme hat." Deshalb nahmen auch einige deutsche
Mittelschüler an der Ausfahrt teil. Zu ihnen gehörte
Jenifer Grundmann aus Altmittweida. Der 14-Jährigen imponierte, wie
sich viele der Migrantenkinder anstrengen, Deutsch zu lernen. "Das
finde ich toll. So können wir uns besser verständigen. Und wir
können mehr aufeinander zugehen. Mir hat die Fahrt Spaß gemacht."
|