J.- G.- Fichte- Schule Mittweida
Mittelschule mit Ganztagsbetreuung

Pressespiegel

2010

Migrantenkinder lernen die Region kennen

21.05.2010

Freie Presse

Die Daz-Klasse der Fichte-Mittelschule Mittweida vor der Frauenkirche in Dresden. PF

Erste gemeinsame Klassenfahrt der Schüler an der Fichte-Mittelschule Mittweida - Deutsche Jugendliche beim Projekt auch dabei

Von Eveline Rößler

Mittweida. 30 Kinder aus 15 Ländern, so aus Russland, Vietnam, Moldawien und dem Irak, erlernen gegenwärtig in der Fichte-Mittelschule Mittweida die deutsche Sprache als Zweitsprache. Die Bildungseinrichtung an der Schulstraße ist eine von drei Schulen Mittelsachsens, die ausländische oder Aussiedlerkinder in so genannten Daz-Klassen (Deutsch als Zweitsprache) unterrichten.
In diesen Tagen stand für die Daz-Klasse in Mittweida ein besonderes Projekt ins Haus: Erstmals ging sie gemeinsam drei Tage auf große Klassenfahrt. Die Mädchen und Jungen übernachteten in der Jugendherberge Falkenhain, wanderten in der Region, unternahmen einen Besuch in der Landeshauptstadt Dresden. Nach Abschluss der Tour waren sich alle einig: Das war klasse. So sagt die 14-jährige Shata aus dem Irak, die mit Schwester Suha und Bruder Murad die Mittweidaer Schule besucht: "Mir hat einfach alles gefallen." Und der 14 Jahre alte Tuan aus Vietnam meint: "Ich fand es gut, dass die Klasse einen ganzen Tag zusammen war."
Die 14 Jahre alte Marina, die aus einer kleinen Stadt in der Ukraine kommt und in Frankenberg seit einem Jahren lebt, kommt ins Schwärmen: "Dresden war so schön, da konnte man richtig shoppen gehen. Aber ich bin auch gern gewandert." Und sie fügt an: "Hier zu wohnen, zu leben, das ist wunderbar." Natürlich denke sie manchmal an die Freunde in der Heimat. Aber eines macht die Schülerin, die zu den Besten in ihrer Klasse gehört, klar: "Die Lehrer an der Fichte- Schule geben sich so große Mühe, dass wir die deutsche Sprache gut erlernen."
Genau das sei auch ein Anliegen, macht Lehrerin Ines Hofmann klar. "Wir legen Wert darauf, dass die Schüler gut sprechen lernen, die Grammatik beherrschen, sich so im Alltag, im Beruf zurecht finden und sich gut in das Leben hier in Deutschland integrieren." Doch es sei bei der Fahrt nicht nur um das Perfektionieren der Sprache gegangen. Lehrerin Bettina Hunger: "Anliegen war es, die Migrantenkinder noch stärker einzubeziehen, ihnen die Umgebung nahe zu bringen. Sie sollten sich, fernab vom Schulstress, kennenlernen und erleben, dass der andere zwar eine andere Sprache spricht, aber die gleichen Probleme hat." Deshalb nahmen auch einige deutsche Mittelschüler an der Ausfahrt teil. Zu ihnen gehörte
Jenifer Grundmann aus Altmittweida. Der 14-Jährigen imponierte, wie sich viele der Migrantenkinder anstrengen, Deutsch zu lernen. "Das finde ich toll. So können wir uns besser verständigen. Und wir können mehr aufeinander zugehen. Mir hat die Fahrt Spaß gemacht."

08.08.2010