J.- G.- Fichte- Schule Mittweida
Mittelschule mit Ganztagsbetreuung

Pressespiegel

2010

Unterricht sorgt für ein bisschen Normalität

08.03.2010

Freie Presse

 

 

Klinikschule der Kinder- und Jugendpsychiatrie Mittweida gehört zu den kleinsten Schulen Sachsens - Patienten werden individuell gefördert

Von Katrin Reimann

Mittweida. Die Klassenzimmer sind fröhlich dekoriert, an der Tafel stehen Hinweise zur Rechtschreibung, und im Nachbarraum wird am Computer gearbeitet. Für die Kinder und Jugendlichen, die hier lernen, bringt der Unterricht Ablenkung und ein Stück Normalität. Sie sind Patienten der Mittweidaer Kinder- und Jugendpsychiatrie.
Seit Beginn des Schuljahres 2005/2006 hat die Klinikschule als Außenstelle der Heinrich-Hoffmann- Schule für Erziehungshilfe in Schweikershain Quartier in der Niedergasse 7 in Mittweida bezogen. In den Räumlichkeiten finden die Kinder und Jugendlichen, die stationär in der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters in Mittweida behandelt werden, beste Bedingungen zum Lernen vor. "Die Schüler sollen trotz ihrer Krankheit die Möglichkeit zum Lernen erhalten. In unseren Klassen werden sie intensiv gefördert", erklärt Schulleiter Andreas Seifert.
Maximal sechs Schüler lernen gemeinsam in einer Gruppe, etwa 30 werden insgesamt in einer der kleinsten Schulen Sachsens betreut. Die Aufenthaltsdauer der Patienten aus ganz Sachsen ist dabei unterschiedlich. Höchstens zwölf Stunden Unterricht in der Woche gilt es für die jungen Patienten zu meistern. "Die Belastung darf nicht zu hoch sein. Es geht vielmehr darum, dass die Schüler im Stoff bleiben, damit sie bei der Rückkehr an ihre alte Schule schnell wieder Fuß fassen können", erklärt Andreas Seifert. So stehen vordergründig die Hauptfächer auf dem Unterrichtsplan. Projekte, Hausaufgaben und Benotungen gehören ebenso zum Schulalltag wie ein Schulweg. "Das ist bei uns eine Besonderheit. Die Schule befindet sich nicht auf dem Klinikgelände. Der öffentliche Schulweg wird von den größeren Schülern zu Fuß bewältigt. Auch das bringt Normalität", betont Seifert. Die Klinikschule, die Kinder und Jugendliche aller Schularten von Klasse 1 bis 12 aufnimmt, bereitet ihre Schüler zudem auf ihre Entlassung vor. Dazu stehen in Mittweida Kooperationspartner zur Verfügung. An der Pestalozzi-Grundschule sowie dem Städtischen Gymnasium und der Fichte-Mittelschule nehmen die Klinikschüler tageweise am regulären Unterricht teil.
"So sehen wir, ob sich die Schüler in den größeren Gruppen zurecht finden und den normalen Schulalltag meistern können", verdeutlicht Seifert, der wie seine Kollegen langjährige Erfahrungen im Umgang mit den besonderen Schülern vorweisen kann. Über spezielle Weiterbildungen haben sich die Pädagogen qualifiziert. Der Unterricht in der Klinikschule ist Bestandteil des Therapiekonzeptes der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Die emotionale und soziale Entwicklung der Patienten wird beobachtet. In enger Zusammenarbeit mit der Klinik werden die Schüler dann individuell gefördert.
 

12.08.2010