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Klinikschule der Kinder- und Jugendpsychiatrie Mittweida gehört
zu den kleinsten Schulen Sachsens - Patienten werden individuell
gefördert
Von Katrin Reimann
Mittweida. Die Klassenzimmer sind fröhlich dekoriert, an der Tafel
stehen Hinweise zur Rechtschreibung, und im Nachbarraum wird am
Computer gearbeitet. Für die Kinder und Jugendlichen, die hier
lernen, bringt der Unterricht Ablenkung und ein Stück Normalität.
Sie sind Patienten der Mittweidaer Kinder- und Jugendpsychiatrie.
Seit Beginn des Schuljahres 2005/2006 hat die Klinikschule als
Außenstelle der Heinrich-Hoffmann- Schule für Erziehungshilfe in
Schweikershain Quartier in der Niedergasse 7 in Mittweida bezogen.
In den Räumlichkeiten finden die Kinder und Jugendlichen, die
stationär in der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und
Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters in Mittweida behandelt
werden, beste Bedingungen zum Lernen vor. "Die Schüler sollen trotz
ihrer Krankheit die Möglichkeit zum Lernen erhalten. In unseren
Klassen werden sie intensiv gefördert", erklärt Schulleiter Andreas
Seifert.
Maximal sechs Schüler lernen gemeinsam in einer Gruppe, etwa 30
werden insgesamt in einer der kleinsten Schulen Sachsens betreut.
Die Aufenthaltsdauer der Patienten aus ganz Sachsen ist dabei
unterschiedlich. Höchstens zwölf Stunden Unterricht in der Woche
gilt es für die jungen Patienten zu meistern. "Die Belastung darf
nicht zu hoch sein. Es geht vielmehr darum, dass die Schüler im
Stoff bleiben, damit sie bei der Rückkehr an ihre alte Schule
schnell wieder Fuß fassen können", erklärt Andreas Seifert. So
stehen vordergründig die Hauptfächer auf dem Unterrichtsplan.
Projekte, Hausaufgaben und Benotungen gehören ebenso zum Schulalltag
wie ein Schulweg. "Das ist bei uns eine Besonderheit. Die Schule
befindet sich nicht auf dem Klinikgelände. Der öffentliche Schulweg
wird von den größeren Schülern zu Fuß bewältigt. Auch das bringt
Normalität", betont Seifert. Die Klinikschule, die Kinder und
Jugendliche aller Schularten von Klasse 1 bis 12 aufnimmt, bereitet
ihre Schüler zudem auf ihre Entlassung vor. Dazu stehen in Mittweida
Kooperationspartner zur Verfügung. An der Pestalozzi-Grundschule
sowie dem Städtischen Gymnasium und der Fichte-Mittelschule nehmen
die Klinikschüler tageweise am regulären Unterricht teil.
"So sehen wir, ob sich die Schüler in den größeren Gruppen zurecht
finden und den normalen Schulalltag meistern können", verdeutlicht
Seifert, der wie seine Kollegen langjährige Erfahrungen im Umgang
mit den besonderen Schülern vorweisen kann. Über spezielle
Weiterbildungen haben sich die Pädagogen qualifiziert. Der
Unterricht in der Klinikschule ist Bestandteil des Therapiekonzeptes
der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Die emotionale und soziale
Entwicklung der Patienten wird beobachtet. In enger Zusammenarbeit
mit der Klinik werden die Schüler dann individuell gefördert.
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