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Stadtvertreter und Schüler in Mittweida ehren der Opfer des
Nationalsozialismus
Mittweida. Mit einer Kranzniederlegung am Mahnmal in den Mittweidaer
Schwanenteichanlagen ist gestern der Opfer des Nationalsozialismus
gedacht worden. Unter den knapp einhundert Teilnehmern der
Gedenkveranstaltung waren bei
Eiseskälte neben einigen Stadträten und Bürgern vor allem Schüler zu
finden - drei Klassen des Gymnasiums sowie Klassensprecher der
Fichtemittelschule und eine Klasse der Bernhard-Schmidt-Grundschule.
Mittweidas Oberbürgermeister Matthias Damm (CDU) erinnerte zu Beginn
seiner Rede in drastischen Worten an den Alltag im Vernichtungslager
Auschwitz.
"Die Vergangenheit darf nicht zum Museum werden, sie bleibt Teil
unseres Lebens und Handelns. Wir müssen uns weiterhin zu unserer
besonderen Verantwortung bekennen", mahnte Damm an und bat um eine
Gedenkminute. Wie er sprach auch Lothar Otto, der Rektor der
Hochschule das erst jetzt bekannt gewordene Handeln von Siegfried
Jägendorf an, der zum Ende des zweiten Weltkrieges als
Fabrikleiter wohl mehr als 10.000 rumänische Juden vor dem Tod
rettete. Jägendorf, selbst Jude, war einst Student in Mittweida.
"Wir sind stolz auf diesen Absolventen" sagte Otto. "Das Buch über
ihn sollte zur Pflichtlektüre in den Schulen der Region werden."
Das Stadtoberhaupt nannte es beschämend für Deutschland, dass zum
Beispiel Synagogen und Gedenkstätten mit Polizeipräsenz geschützt
werden müssen. Auch in Mittweida stand die Gedenkfeier wieder unter
Beobachtung der Ordnungskräfte. Damm begrüßte die Entscheidung der
Landesregierung, das Demonstrationsrecht an "sensiblen Orten"
einzuschränken. Er habe auch kein Verständnis für die Klagen gegen
diese Gesetzesänderung. Weiterhin begrüßte er die Entscheidung des
Bundesgerichtshofs, die Kameradschaft "Sturm 34" doch als kriminelle
Vereinigung zu ermitteln und wünschte sich hier ein rasches Handenls
der Justiz. (FA)
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